Hamburg/Magdeburg l Wo ist Mama Janet? Nachdem Peter Kadiru seinen Kampf gegen Tomas Salek gewonnen hatte, trat er an die Ringseile und winkte seine Mama heran. Die war überhaupt zum allerersten Mal bei einem Kampf ihres Sohnes dabei und stand am Ende glücklich neben ihm im Ring.

Niederschlag in Runde sechs

Mit einer ganz starken Leistung hatte sich der 22-Jährige in seiner Heimatstadt Hamburg den WBC-Juniorengürtel im Schwergewicht geholt. Beim SES-internen Stallduell dominierte Kadiru seinen Gegner von Beginn an. Weil Salek bisher neun seiner elf Siege vorzeitig mit seinen harten Schlägen feiern konnte, war Kadiru zunächst darauf bedacht, aus der langen Distanz zu boxen. Und wenn sich die Chance ergab, deckte Kadiru den Tschechen vor allem mit rechten Aufwärtshaken ein. Einer davon schickte Salek schließlich in der sechsten Runde erstmals zu Boden.

Von diesem Schlag erholte sich Salek nicht mehr so richtig. Wenn er danach Kadiru mal traf, dann hatten seine Schläge kaum noch Wirkung. Der neue Junioren-Champ dagegen witterte seine Chance, setzte klug nach und beendete mit einem weiteren Wirkungstreffer den Kampf 40 Sekunden vor Ende der sechsten Runde.

Taktik ging perfekt auf

„Was geht, Hamburg? Der Gürtel ist hier“, rief Kadiru seinen vielen Fans in der mit rund 3000 Zuschauern restlos ausverkauften Edel-Optics.de-Arena zu und präsentierte stolz seinen ersten Gürtel als Profi. „Es fühlt sich unglaublich gut an. Der Kampf lief so, wie wir uns das vorgestellt hatten. Wir wollten ihn müde machen und das Duell hinten raus dann entscheiden“, erzählte Kadiru im Ring dem MDR.

Und die Mama muss jetzt öfter zu seinen Kämpfen kommen. Kadiru: „Ich bin froh, dass ich den Kampf so stark beenden und den Gürtel gewinnen konnte. Das ist auch ein Geschenk für sie.“

Im siebten Kampf zum ersten Titel

Erst vor knapp einem Jahr hatte Kadiru seinen ersten Vertrag als Profi unterschrieben und sich im nunmehr siebten Kampf den Traum vom ersten Titel verwirklicht. Dabei soll es natürlich nicht bleiben. Schließlich sind auch die Junioren-Gürtel bei der WBO und IBF interessante Möglichkeiten, in der Box-Welt weiter auf sich aufmerksam zu machen.

Jubeln konnte auch Sebastian Formella, der gegen Roberto Arriaza aus Nicaragua nach Punkten den IBO-Titel im Weltergewicht verteidigte. Und Roman Fress wurde im Cruisergewicht gegen den Italiener Matteo Rondena neuer Internationaler Deutscher Meister.