Linz/Magdeburg l Finale erreicht, Quotenplatz für die Olympischen Spiele 2020 gesichert: Gestern war der schönste Tag im WM-Leben des Max Appel. Bislang. Dafür hat er im Doppelvierer die Zähne zusammengebissen, dafür ist er in höchster Frequenz über die Regattastrecke in Linz-Ottensheim (Österreich) gerudert. Gemeinsam mit Hans Gruhne, Timo Piontek und Karl Schulze. Und hinein ins Finale.

Nach zwei achten Plätzen bei Weltmeisterschaften fährt Appel vom SC Magdeburg morgen im Doppelvierer erstmals um eine Medaille. „Wir werden alles raushauen und versuchen, so weit wie möglich nach vorn zu fahren“, erklärte der 23-Jährige. Das Halbfinale hat ja gezeigt, wie sehr sich das Boot steigern kann. „Das Rennen war in jedem Fall besser als unser Vorlauf“, sagte Appel. „Wir haben auf der Strecke sehr gut gearbeitet.“

Niederlande eine Klasse für sich

Nur nicht ganz in dem Tempo, das die Niederländer anschlugen. „Die waren eine Klasse für sich“, zog der Magdeburger den Hut vor dem Europameister. Die Holländer fuhren nach starken 5:33,59 Minuten über die Ziellinie, das Quartett des Deutschen Ruderverbandes (DRV) folgte mit 3,02 Sekunden Rückstand, verwies nach einem kontrollierten Auftritt die Chinesen mit weiteren 1,35 Sekunden auf Rang drei.

Das Finale ist für Appel & Co. mehr als nur ein Medaillenkampf: „Da geht es für uns um den Olympiaplatz. Wir wollen zeigen, dass wir auch in Tokio in den Doppelvierer gehören.“ Nicht zwangsläufig mit der Platzierung: Die Crew will die Abstände gering halten, um den Nachweis ihrer Konkurrenzfähigkeit zu erbringen.

Große Enttäuschung im Vierer

Das ist dem Vierer ohne Steuermann im Halbfinale nicht gelungen. Vier erschlaffte Körper hingen nach dem Rennen im Boot, in vier Gesichtern zeichnete sich die Mimik der großen Enttäuschung – auch die von Maximilian Planer.

Dabei hatte der Sieg im Hoffnungslauf zwei Tage zuvor dem Bernburger sowie Nico Merget, Felix Wimberger und Felix Brummel Mut gemacht. Oder wie Planer sagte: „Wir haben den richtigen Schritt gemacht.“ Letztlich reichte aber der Zwischenspurt der US-Crew bei 1500 Metern aus, um dem DRV-Boot jegliche Luft im Kampf um die Plätze eins bis drei und damit um den Einzug in den Endlauf zu nehmen. Planer & Co. (5:56,27) wurde nur Fünfter – bei 12,06 Sekunden Rückstand auf Sieger Australien.

Während Appel auf Edelmetall hofft, bangt der 28-jährige Planer um den Quotenplatz für Tokio. Denn den kann er sich mit seinem Team nur sichern, wenn es wenigstens Zweiter im morgigen B-Finale wird.