Leichtathletik

Wierig vom SCM muss beim ersten Test passen

Erster Freiluft-Wettkampf der Saison - ohne Martin Wierig. Der Diskuswerfer vom SC Magdeburg laboriert an einer Rückenblockade.

Magdeburg l Seit dem 6. Juni 1986 ist bekannt, dass ein Diskuswerfer im Jahnstadion in Neubrandenburg legendäre Weiten erzielen kann. Der Werfer an jenem Tag hieß Jürgen Schult. Und es mag sein, dass der Wind damals besonders günstig durchs Rund wehte, weshalb der heute 60-Jährige die legendärste aller Weiten mit der Zwei-Kilo-Scheibe erreichte – 74,08 Meter. Immer noch Weltrekord. Auf diesen Spuren wandeln seither alle Athleten in dieser Disziplin, nicht zuletzt, wenn sie das Jahnstadion betreten. Morgen sind es die Athleten des SC Magdeburg. Allerdings ohne Ambitionen auf Weltrekorde. Und auch nicht in der kompletten Riege.

Martin Wierig musste sich nämlich gestern von dem Gedanken verabschieden, seinen ersten Freiluft-Wettbewerb 2020 und in der Corona-Krise zu absolvieren. „Es wäre schön gewesen, wenn ich mal wieder einen Wettkampf gehabt hätte“, erklärte er. Das aber verhindert nun sein Rücken, in dem sich eine Blockade eingeschlichen hat.

Wierig hätte den Test-Wettbewerb in Neubrandenburg, als welcher er ausgeschrieben ist, genauso gerne zur Standortbestimmung genutzt wie andere Athleten aus der nationalen Spitze. Die Potsdamer Gruppe um Kristin Pudenz und die Prüfer-Brüder hat ihre Anreise angekündigt. Auch Claudine Vita vom gastgebenden SCN. Und natürlich Anna Wierig und David Wrobel vom SCM. Sie alle werden unter den Hygiene-Auflagen, die in Mecklenburg-Vorpommern herrschen, in den Ring steigen.

Für Wierig geht es dagegen noch nicht um weite Würfe, sondern um eine schnelle Genesung. „Die Rückenblockade hatte ich vor zwei, drei Wochen schon einmal. Und wahrscheinlich habe ich sie nicht ernst genug genommen“ meinte er. Die Blockade kam bei einer ungünstigen Bewegung zuletzt im Training wieder. Jeder Wurf bedeutet gerade Schmerz für den 31-Jährigen. „Es ist aber nicht dramatisch. Es muss nur richtig auskuriert werden. Dafür bietet sich eine Saison ohne internationale Höhepunkte an. Aber ich denke, in ein oder zwei Wochen ist es wieder erledigt.“

Dann allerdings kommt die Genesung auch zur rechten Zeit. Derzeit trainiert die Spitzengruppe von Armin Lemme darauf, „das Grundniveau zu halten“, berichtete Wierig. Um dann innerhalb von vier Wochen dieses Niveau auf Spitzenleistung bringen zu können. Wierig vermutet, dass es „vielleicht eine schöne Spätsaison wird“. Dass viele Veranstalter, die im Frühling ihre Wettbewerbe austragen wollten, diese im Herbst nachholen. Und dass die deutsche Meisterschaft stattfinden wird in Braunschweig. Vielleicht schon im September, wenn das zunächst bis 31. August bestehende Verbot von Großveranstaltungen tatsächlich aufgehoben werden sollte.

Auf Neubrandenburg haben sich Anna Wierig (26) und Wrobel (29) also eher dosiert vorbereitet. Ein Trainingslager kam für die Lemme-Schützlinge nicht mehr infrage. Nicht in Zypern, nicht in der Türkei, nicht in Kienbaum, wie es geplant war. „Das hat für uns ja keinen Sinn gemacht, zumal wir alles in Magdeburg haben, was wir brauchen. Und weil wir als Olympiakader freien Zugang zu unserer Trainingsstätte haben“, sagte Wierig.

Aber zunächst benötigt er einen gesunden Rücken.