Salzburg (dpa) - Der zweimalige Ironman-Weltmeister Patrick Lange hat sich nach einer enttäuschenden Saison von seinem Trainer Faris Al-Sultan getrennt.

Das Management des 33 Jahre alten Champions der Jahre 2017 und 2018 gab das Ende des Erfolgsduos zunächst in einer Mitteilung bekannt. Lange äußerte sich auch noch in den sozialen Netzwerken: "In den letzten 4 Jahren hat mich Faris als Trainer und Mentor begleitet. Es war eine Freundschaft, die über den Triathlon hinausging." Sie hätten das Ende der Zusammenarbeit einvernehmlich beschlossen.

Die vergangene Saison habe auch gezeigt, dass seine Anforderungen an einen Coach eher zunehmen würden, während Al-Sultan durch seinen Job als Bundestrainer der Deutschen Triathlon Union (DTU) seit gut einem Jahr eher weniger Zeit haben würde, meinte Lange. Durch die Olympischen Spiele in Tokio werde Al-Sultan 2020 noch mehr eingespannt sein. "Da war es einfach die logische Konsequenz, dass man sich zusammen setzt und der Realität klar in die Augen schaut", sagte Lange.

Al-Sultan trainierte den Hessen seit Herbst 2015, Lange stand damals vor dem möglichen Ende seiner Triathlon-Karriere. Mangels Erfolg fehlten ihm auch Sponsoren. Unter dem Münchner Ex-Triathlon-Star, der selbst 2005 die Ironman-WM auf Hawaii gewonnen hatte, wurde Lange zum zweifachen Champion (2017, 2018) und zum ersten Athleten, der auf Hawaii die 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen in unter acht Stunden schaffte.

Vor gut drei Wochen musste Lange allerdings bei der WM auf der Radstrecke aufgeben - er hatte unter anderem über Schwindelgefühle geklagt und am Abend vorher leichtes Fieber gehabt. Den Titel holte sich Landsmann Jan Frodeno, dessen Coach Dan Lorang unter anderem auch Frauen-Weltmeisterin Anne Haug sowie das deutsche Profi-Radsportteam Bora trainiert. Es war Frodenos dritter WM-Sieg nach 2015 und 2016.

Für Lange blieb das Rennen indes der Schlusspunkt einer von Rückschlägen gespickten Saison mit nur einem Sieg bei einem Rennen über die Halbdistanz in Vietnam. Er wolle nun "einen neuen Impuls für meine sportliche Zukunft setzen", betonte Lange. Ähnlich hat es 2014-er Weltmeister Sebastian Kienle vor einem Jahr gemacht, als er einen neuen Coach engagierte und sich in diesem Jahr unter anderem auch mit dem dritten Platz auf Hawaii zurückmeldete.

Ein Statement von Al-Sultan gab es in der Mitteilung des Lange-Managements nicht. Der Münchner hatte auf Hawaii gefehlt, er hatte von den US-Behörden kein ESTA-Touristenvisum bekommen und sein bisher gültiges war ausgelaufen. Wer Nachfolger von Al-Sultan wird, will Lange in den kommenden Wochen in Gesprächen mit Kandidaten herausfinden. Er sei zuversichtlich, bis zum Jahresende eine neue Partnerschaft einzugehen, meinte Lange.

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