Antwerpen (dpa) - Die erfolgsverwöhnten deutschen Hockey-Herren wollen sich vom 2:3-Rückschlag gegen den Erzrivalen Niederlande bei der EM in Belgien nicht aus der Fassung bringen lassen.

Im Gegenteil: Kapitän Mats Grambusch & Co. würde im letzten Gruppenspiel gegen Irland am Dienstag (15.45 Uhr) zwar ein Punkt zum Halbfinal-Einzug reichen, doch auf dieses gefährliche Spielchen wollen sie sich gar nicht erst einlassen. "Wir schauen nur auf uns und spielen voll auf Sieg", kündigte Nationalspieler Dieter Linnekogel aus Hamburg an.

Gegen den EM-Titelverteidiger und Mitfavoriten aus dem Nachbarland wäre das vorzeitige Erreichen der Vorschlussrunde möglich gewesen. Mit großer Moral machte der Rekord-Europameister (8 Titel) am späten Sonntagabend zwei Rückstande wett. Timm Herzbruch per Siebenmeter und Lukas Windfeder mit einer knallhart verwandelten Strafecke nutzten ihre Chancen konsequent zum Ausgleich. Aber eine Unachtsamkeit in der Abwehr bestrafte Thierry Brinkman neun Minuten vor Schluss mit dem 2:3. Zwar bot sich Windfeder bei einer weiteren Ecke die Chance zum erneuten Ausgleich, diesmal war sein Schuss aber zu unplatziert.

"Leider war meine letzte Ecke nicht so gut, ich bin total unzufrieden mit der Ausführung", meinte der Mülheimer hinterher selbstkritisch. Er schaltete aber sofort in den Angriffsmodus um: "Jetzt haben wir das Endspiel um den Halbfinal-Einzug. Das müssen wir annehmen."

Deutschland weist drei Punkte und das klar bessere Torverhältnis (+8) auf. Es spricht nicht viel für die Iren (1 Punkt/-4 Tore), die anders als Deutschland (9:0) gegen Außenseiter Schottland (3:3) patzten und gegen die Niederlande (1:5) glatt verloren . Doch das Team von der grünen Insel erwies sich gegen die Deutschen schon des Öfteren als äußerst unbequemer Widersacher. Linnekogel: "Das stimmt, muss uns aber egal sein. Das Irland-Spiel ist für uns wie ein Viertelfinale."

Zuletzt trafen beide Teams in einem Trainingsspiel am vergangenen Donnerstag aufeinander, das die DHB-Herrem bei der EM-Generalprobe durch ein Windfeder-Tor knapp mit 1:0 gewannen. Gelingt dies oder zumindest ein Teilerfolg am Dienstag, bliebe die deutsche Hoffnung auf die Olympia-Qualifikation für 2020 erhalten. Allerdings lösen bei Damen wie Herren nur die Europameister von Antwerpen das Tokio-Ticket direkt. Eine zweite Möglichkeit bestünde für die DHB-Teams aber auch noch - bei einem Ausscheidungsturnier im November in Mönchengladbach.

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