Frankfurt/Main (dpa) - Mit einem Hilferuf auch an die Politik hat der Deutsche Olympische Sportbund vor den wirtschaftlichen Unwägbarkeiten der Corona-Pandemie gewarnt und zur Unterstützung der Sportvereine aufgefordert.

"Der Sport in Deutschland mit seinen 90 000 Vereinen erlebt in der anhaltenden, globalen Corona-Pandemie die größte gesellschaftspolitische und ökonomische Herausforderung seit 1945", heißt es in dem veröffentlichten Appell.

Die Pandemie habe "viele Selbstverständlichkeiten in unserer Gesellschaft und damit auch im Sport in Deutschland ins Wanken gebracht und stellt abhängig von der Dauer der Krise in vielen Bereichen sogar die Zukunftsfähigkeit des organisierten Sports in Frage". Grundlage des Aufrufs sind die Beschlüsse der 16 Landessportbünde, die sich in ihrer digitalen Herbsttagung am 25. September gemeinsam mit Präsidium und Vorstand des DOSB intensiv mit den Auswirkungen der Pandemie beschäftigt hatten.

Die angespannte wirtschaftliche Situation tausender Vereine werde nach Überzeugung des DOSB "durch die bislang beschlossenen "Coronahilfen Profisport" des Bundes noch nicht ausreichend berücksichtigt. Hier braucht es eine passgenaue Abstimmung zwischen Bundeshilfen und Hilfen auf Länderebene", heißt es in der Erklärung. Zudem sei eine "deutlich unbürokratischere Umsetzung als bislang vorgesehen" notwendig.

Wirtschaftlich besonders hart treffe die Pandemie "zum einen Vereine mit eigenen Sportanlagen, bezahltem Personal und umfangreichen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben, da diese ihre Fixkosten nur bedingt reduzieren können. Das gilt auch für Vereine im semiprofessionellen und professionellen Wettkampfsport", warnte der DOSB. Mit Ausnahme der 1. und 2. Fußball-Bundesliga seien diese wirtschaftlich in hohem Maße von Ticketverkäufen abhängig.

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DOSB-Mitteilung vom 9. Oktober