Nyon (dpa) - Titelverteidiger Bayern München buchte mit Lazio Rom den Wunschgegner von Miroslav Klose, RB Leipzig ist durch das anstehende Duell mit dem FC Liverpool und Trainer Jürgen Klopp elektrisiert.

Die Auslosung zum Achtelfinale der Champions League hat bei den deutschen Clubs für die erwartet unterschiedlichen Emotionen gesorgt. Zumal Borussia Dortmund im FC Sevilla einen unangenehmen Gegner erwischte und Borussia Mönchengladbach mit Manchester City eine immens hohe Hürde zugelost bekam.

"Das sind insgesamt Brocken, die die deutschen Mannschaften bekommen haben", sagte Bayerns Sportvorstand Hasan Salihamidzic. Obwohl der Rekordmeister gegen Lazio hoher Favorit ist, redete der 43-Jährige den aktuellen Neunten der Serie A stark: "Das ist ein unangenehmer Gegner, das hat man in der Gruppe gegen Dortmund gesehen. Es ist immer unangenehm gegen italienische Mannschaften." Am 23. Februar muss München nach Rom, am 17. März steigt das Rückspiel.

Die Profis um Torjäger Robert Lewandowski standen auf dem Trainingsplatz an der Säbener Straße, als in der UEFA-Zentrale in Nyon die Römer mit Topstürmer Ciro Immobile aus dem Lostopf gezogen wurden. Für Bayern-Assistenztrainer und Ex-Römer Klose eine besondere Aufgabe. "Es haben sich schon sehr viele Leute aus Rom gemeldet. Ich freue mich unheimlich, es war natürlich mein Wunschgegner. Mit diesem Verein und dieser Stadt verbinde ich sehr viel", sagte der 42-Jährige. Es werde keine leichte Aufgabe.

Deutlich schwieriger als die Bayern dürfte es Leipzig am 16. Februar und 10. März haben. "Liverpool hat viel Erfahrung in diesem Wettbewerb. Wir werden alles tun, um ins Viertelfinale einzuziehen", sagte Sportdirektor Markus Krösche und zeigte sich zuversichtlich: "Wir haben in der letzten Saison gezeigt, dass wir große Gegner schlagen können. Nach der Auslosung zur Gruppenphase hatten uns auch nicht viele auf dem Zettel, dennoch haben wir das eindrucksvoll geschafft."

Coach Julian Nagelsmann hatte sich vor der Auslosung Real Madrid oder Juventus Turin gewünscht, weil "ich die Hymnen mag". Das Duell mit Klopp und der Liverpool-Gassenhauer "You'll never walk alone" dürften den 33-Jährigen aber ebenfalls elektrisieren. Zumal da noch eine Rechnung offen ist. In den Playoffs zur Champions League 2017/18 traf Klopp mit Liverpool auf das von Nagelsmann trainierte Hoffenheim. Klopp gewann beide Spiele und drang mit Liverpool bis ins Finale vor. Dort verlor man gegen Real Madrid. Nagelsmann musste damals Klopps taktische Überlegenheit anerkennen.

Klopps alte Liebe Dortmund hat ebenfalls knifflige Spiele am 17. Februar in Sevilla und daheim am 9. März vor sich. "Das ist eine ambitionierte, interessante Aufgabe. Wir treffen auf einen guten Gegner, fühlen uns aber ebenbürtig", sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Sevilla gilt als Spezialist für die Europa League, gewann den Wettbewerb bzw. den Vorgänger UEFA-Cup zwischen 2006 und 2020 sechsmal.

Für den neuen Cheftrainer Edin Terzic wird es die erste internationale Reifeprüfung. "Natürlich ein sehr, sehr guter Gegner. Sevilla hat nicht umsonst zuletzt häufiger die Europa League gewonnen", sagte der 38-Jährige und mahnte, dass beim BVB aufgrund des jüngsten Abwärtstrends derzeit andere Aufgaben wichtig sind: "Bis dahin gibt es aber sehr viel mehr Themen, um die wir uns kümmern müssen."

Auch bei Gladbach wurden die nächsten Duelle mit Manchester City am 24. Februar (heim) und 16. März (auswärts) nach zuletzt 2015 und 2016 ein wenig zur Nebensache. Vielmehr sorgten Spekulationen für Unruhe, Trainer Marco Rose könnte zur kommenden Saison nach Dortmund wechseln. "Das ist ja mittlerweile ein Reflex, wenn bei den großen Vereinen etwas passiert", sagte Sportdirektor Max Eberl. "Wir wollen mit Marco Rose in die Zukunft gehen. Das ist unser Ziel."

Und die Zukunft in Europa ist zunächst das Star-Ensemble von Trainer Pep Guardiola. "Sportlich war es egal, wen wir vor die Flinte bekommen werden. Manchester City ist ein superspannendes Los, wir hatten sie schon zweimal in der Gruppenphase", sagte Eberl. Im bisher letzten Duell spielte Gladbach nach zuvor drei Niederlagen immerhin ein 1:1 heraus.

Wie zuletzt 2014 stehen alle vier deutschen Starter im Achtelfinale von Europas Fußball-Königsklasse. Die weiteren Paarungen heißen FC Barcelona gegen Paris Saint-Germain, Atlético Madrid gegen FC Chelsea, FC Porto gegen Juventus Turin und Atalanta Bergamo gegen Real Madrid.

Lösbar sind die Aufgaben für die deutschen Vertreter in der Zwischenrunde der Europa League. Bundesliga-Tabellenführer Bayer Leverkusen trifft am 18. und 25. Februar auf den Schweizer Meister Young Boys Bern. Die TSG 1899 Hoffenheim bekommt es mit den Norwegern von Molde FK zu tun. Beide Bundesligisten hatten als Gruppensieger das Weiterkommen geschafft, die Leverkusener dabei sogar als das Team mit den meisten Toren in der Vorrunde. Die Hoffenheimer sind zum ersten Mal in der K.o.-Runde dabei.

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