CDU gewinnt in Sachsen-Anhalt massiv dazu - Linke und FDP verlieren

23.09.2013, 06:11

Magdeburg - Die CDU ist in Sachsen-Anhalt wie auch im Bund bei der Bundestagswahl die mit Abstand stärkste Partei geworden. Herbe Verluste musste dagegen die Linkspartei hinnehmen, die 2009 noch den größten Stimmenanteil im Land auf sich verbuchen konnte. Die SPD, die in Sachsen-Anhalt gemeinsam mit der CDU regiert, kann ihr bislang schlechtestes Ergebnis von 2009 nur leicht verbessern, wie der Landeswahlleiter am Montagmorgen mitteilte.

Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis erreichte die CDU 41,2 Prozent der Zweitstimmen - 11,1 Punkte mehr als 2009. Dies ist zugleich das beste Ergebnis der Christdemokraten bei einer Bundestagswahl in Sachsen-Anhalt seit 1990. Die Linkspartei als stärkste Partei vor vier Jahren rutscht von 32,4 Prozent auf nunmehr 23,9 Prozent.

Schwach schnitt den vorläufigen Zahlen zufolge die SPD ab. Sie landete bei 18,2 Prozent. Vor vier Jahren waren es 16,9 Prozent - das schlechteste Ergebnis der Partei seit 1990. Das Abschneiden bei der Bundestagswahl ist zugleich auch schlechter als bei der Landtagswahl 2011, als die SPD 21,5 Prozent erhielt.

Die FDP kommt auf nur noch 2,6 Prozent, 2009 waren es mit 10,3 Prozent noch fast viermal so viele Stimmen. Die Grünen verschlechterten sich auf 4,0 nach 5,1 Prozent im Jahr 2009. Die erstmals angetretene Alternative für Deutschland (AfD) kam auf 4,2 Prozent.

Nach dem vorläufigen Endergebnis hat die CDU auch alle neun Direktmandate in Sachsen-Anhalt gewonnen. Bei den Erststimmen konnte die NPD - die bei den Zweitstimmen auf 2,2 Prozent kam - zudem mehr Wähler für sich verbuchen als die FDP.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sagte, die Bevölkerung wolle, dass die CDU die künftige Bundesregierung anführe. "Angela Merkel soll eine Bundesregierung bilden und auch führen", sagte Haseloff der Nachrichtenagentur dpa. Das Ergebnis zeige auch: "Es gibt wieder eine Volkspartei."

SPD-Landesparteichefin Katrin Budde sagte, das Ergebnis sei nicht zufriedenstellend. "Wir hätten uns klar mehr Zuwachs gewünscht", sagte Budde. "Die SPD hat im Vergleich zu 2009 an Stimmen gewonnen. Darüber freuen wir uns. Das ist ein Erfolg."

CDU-Fraktionschef André Schröder sagte, das Ergebnis im Bund helfe auch der Landespolitik. "Sowohl bei der Gestaltung der Energiewende, bei wichtigen Infrastrukturprojekten sowie in der Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik wird das Land weiter auf Berlin zählen können."

Der Fraktionschef der Linkspartei im Landtag, Wulf Gallert, bezeichnete das Abschneiden seiner Partei angesichts des zwischenzeitlichen Tiefs als sehr gut. "Offensichtlich ist es uns gelungen, deutlich Vertrauen zurückzugewinnen, nachdem wir zwischenzeitlich schon in der Nähe der Fünf-Prozent-Hürde gesehen wurden."

Der Magdeburger Politologe Wolfgang Renzsch sagte, er sehe im Ausgang der Bundestagswahl nur geringe Folgen für die Landespolitik. Allerdings würde eine CDU-SPD-Koalition im Bund für eine schwarz-rote Koalition im Land eher stabilisierend wirken. Bundesweit hatte die CDU stark gewonnen, verpasste aber nach Hochrechnungen knapp die absolute Mehrheit. Realistischste Regierungsoption im Bund ist nun die große Koalition.

Am Sonntag waren rund 1,9 Millionen Menschen in Sachsen-Anhalt zur Wahl aufgerufen. Im Land traten in neun Wahlbezirken insgesamt 140 Kandidaten an. Zwölf Landeslisten sowie Direktkandidaten und Einzelbewerber standen zur Wahl. 2009 schafften 17 Sachsen-Anhalter den Weg nach Berlin. Bundesweit waren knapp 62 Millionen Deutsche wahlberechtigt.