Eigentumswohnungen sind kein Freibrief

15.02.2013, 08:16

Nicht nur bei Mieter-Vermieter- Verhältnissen kann es zu unterschiedlichen Ansichten kommen, die nicht selten vor Gericht enden. Auch Besitzer von Eigentumswohnungen haben sich an Spielregeln zu halten, ebenso wie Makler, denn angesichts der regional zu beobachtenden Wohnungsknappheit nimmt die Kreativität von
Maklern zu. Quartiersuchende sollten sich wehren, wenn ihnen dabei etwas spanisch vorkommt. Umfunktionierte Eigentumswohnung Wird eine Eigentumswohnung als "Personalwohnung" angeboten, wovon insbesondere Handwerker eifrig Gebrauch machen, sodass die übrigen Eigner beziehungsweise deren Mieter wegen der häufigen Wechsel erheblich in ihrer Ruhe gestört werden, kann dem geschäftstüchtigen Eigner die gewerbliche Tätigkeit untersagt werden. Die Verwendung der Wohnung entspreche nicht mehr der Teilungserklärung, urteilten die Dortmunder Amtsrichter (AmG Dortmund, 512 C 75/09).

Eigentumswohnung: Verwalter muss für überschuldete Gemeinschaft handeln

Ist eine Wohnungseigentümergemeinschaft in finanzielle
Schwierigkeiten geraten, so hat der Verwalter "das Recht und die Pflicht",
die Gemeinschaft in einem Vollstreckungsverfahren zu vertreten und gegebenenfalls eine eidesstattliche Versicherung abzugeben. Begründung unter anderem: Der Gläubiger hat ein "schutzwürdiges
Interesse daran, vollständige Auskunft über die Vermögensverhältnisse
der Wohnungseigentümergemeinschaft zu erhalten"; denn zu dieser Auskunft ist in der Regel nur der Verwalter in der Lage (BGH, I ZB 61/10).
Mietminderung: Defekte Gegensprechanlage bringt zwei bis fünf Prozent
Ist die Gegensprechanlage in einem Mietshaus defekt, ist das ein Grund für die Mieter, die Miete zu mindern. Bei der Höhe der Minderung, so das
Landgericht Dessau-Rosslau, komme es darauf an, wo sich die Wohnung befindet. Ist der Haustürbereich zum Beispiel aus der Erdgeschosswohnung einsehbar, kann der Bewohner weniger Miete mindern als ein Dachgeschossbewohner. Kann ein Mieter unerbetene
Gäste nicht abwehren (das ist ja das Ziel einer solchen Anlage), darf er die Miete um bis zu fünf Prozent kürzen; je nach Lage der Wohnung auch nur um zwei Prozent (LG Dessau-Rosslau, 1 T 16/12).
(News Reporter.NET/ Wolfgang Büser)