Für Flüchtlinge

Helfer beeindruckt von Spendern

Der Harzer Schwimmvereins hat zu einer Spendensammlung für Flüchtlinge aufgerufen. Die Resonanz hat alle beeindruckt.

Von Kerstin Jäger

Wernigerode l Die ersten prall gefüllten Kisten und Säcke haben sich bereits vor Beginn der Spendenaktion im Vereinshaus des Harzer Schwimmvereins (HSV) angesammelt. „Diese Spenden wurden schon vorher vorbeigebracht“, sagt Grit Kamann-Selbach. Besorgt, dass die Spender ausbleiben, musste die Organisatorin der Hilfsaktion nicht sein. Nach der Bekanntgabe in der Volksstimme und im Internet rechnete sie mit einer hohen Bereitschaft. Diese Erwartung wurde am Ende des Tages sogar übertroffen.

Innerhalb von drei Stunden füllte sich der Lagerraum und ließ kaum Platz für die vier ehrenamtlichen Helfer. Engagierte Wernigeröder gaben sich regelrecht die Klinke in die Hand. Andrea und Marion Zalaba erfuhren von der Aktion aus der Zeitung und brachten Kleidung ihrer Söhne vorbei. Sie hätten noch mehr abzugeben und informierten sich über nächste Spendensammlungen.

Dass auch die Kleinsten helfen können, zeigte Nancy Oelke, die mit ihrem zwölfjährigen Sohn Luca Tristan und Baby Jonah vorbeikam. Zusammen sortierten sie ihre Kleiderschränke aus und spendeten Taschen sowie verschiedene Frauenbekleidung. „Es ist einfach unglaublich“, schwärmt Grit Kamann-Selbach und lobt die große Hilfsbereitschaft.

Die eigentliche Arbeit der Helfer begann gegen Abend. Um der Menge aller Sachspenden Herr zu werden, wurden die Säcke und Kisten vorsortiert, geöffnet und die Sachen in sorgfältiger Kleinarbeit nach weiteren Kriterien zusammengestellt. Ein Ende war gegen 18 Uhr noch lange nicht in Sicht. In den nächsten Tagen sollen alle Pakete zu den Außenstellen im Oberharz gebracht werden.

Einmal im Jahr engagiert sich der HSV Wernigerode für soziale Projekte rund um die Förderung und Integration benachteiligter Kinder und Jugendliche. Dieses Jahr widmeten sich die HSV-Schwimmer der Flüchtlingshilfe und stellten einen Raum des Vereinshauses für die Annahme und Lagerung der Hilfsgüter zur Verfügung. Grit Kamann-Selbach übernahm die Leitung und koordinierte zusammen mit den freiwilligen Helfern das Sortieren der einzelnen Dinge.

Die studierte Übersetzerin gibt einmal in der Woche Deutschunterricht für Frauen, die in der Zentralen Aufnahmestelle und deren Außenstellen untergebracht sind. Sie kennt die Bedürfnisse der Menschen und gründete ein Netzwerk, um dringend benötigte Dinge zu koordinieren. „Zusammen mit den Flüchtlingen werden Wunschlisten erstellt, um die Spenden gezielt einsetzen zu können“, berichtet sie. So könne den hilfsbereiten Bürgern über die Gruppen „Der Harz bleibt bunt“ und „Flüchtlingshilfe Zast“ im sozialen Netzwerk Facebook mitgeteilt werden, was sie bei der Abgabe von Spenden beachten sollten.

Wann die nächste Aktion stattfinden werde, sei noch ungewiss, so Grit Kamann-Selbach. Viele Annahmestellen seien zurzeit völlig überlastet. „Aktuelle Änderungen und termine geben wir sofort bekannt.“