Schießplatz

Junge Bäume auf alter Obstwiese

Umweltschutz wird auf dem Klietzer Truppenübungsplatz groß geschrieben. Nun wird mit einem neuen Puzzle-Teil ein Beitrag geleistet wird.

Von Anke Schleusner-Reinfeldt 13.06.2016, 15:08

Klietz l 80, 90 Jahre mindestens ist die Streuobstwiese alt, die sich mitten auf dem Truppenübungsplatz befindet. Sie gehörte einst zum Dorf Ebelgünde, das mit Gründung der NVA und der Schaffung des Schießplatzes weichen musste. Die Obstwiese steht in einem Bereich, der nicht intensiv beübt wird. Deshalb konnten Äpfel, Birnen, Kirschen und Pflaumen ungestört wachsen. Doch die Bäume sind alt geworden. Längst sind die Reihen lückenhaft.

„Schade. Da muss man doch was tun und den Bestand auffrischen!“, dachten sich Verantwortliche im vergangenen Jahr. Da war Kurt-Werner Balke Leiter des Betriebsbereiches Ost des Bundesforstbetriebes Nördliches Sachsen-Anhalt und brachte den Stein ins Rollen. 24 Bäume – Boikenapfel, Halberstädter Jungfernapfel, Madame Verte, Frühe von Trevoux, Teikners Schwarze Knorpel und Hedefinger Riesenkirsche – wurden bestellt.

Im Frühling haben Mitarbeiter des Bundesforstbetriebes sie in die Lücken auf der Wiese gepflanzt. Dass sie so gut angewachsen sind, ist der guten Pflege durch das Bundeswehrdienstleistungszentrum zu verdanken. Gerade jetzt in der warmen, trockenen Zeit werden die Bäume, die schon eine recht stattliche Größe haben, regelmäßig gewässert. Schließlich sollen sie schon bald Früchte tragen!

Damit das Rotwild sich nicht an der zarten Rinde laben kann, haben die Zivilbeschäftigten der Geländebetreuung auch einen Wildschutzzaun um jeden neuen Baum angelegt.

Die vorhandenen rund 30 alten Obstbäume haben durch einen fachgerechten Schnitt eine Verjüngung erfahren.

Das Obst von der Wiese können sich sicher auch mal vorbeifahrende Soldaten schmecken lassen. Aber in erster Linie haben die Wildtiere ihre Freude daran. Und auch die Insekten, für die es in erster Linie aus Sicht des Naturschutzes gedacht ist, können sich hier bedienen.

Vor wenigen Tagen haben sich alle Partner – Bundeswehr, Bundesforstbetrieb und Bundeswehrdienstleistungszentrum – vor Ort getroffen und sich von der gelungenen Aktion ein Bild gemacht.

Auch in punkto Bauarbeiten geht es bei der Bundeswehr in Klietz voran, informiert Major Dirk Hoffmann, Kommandant des Klietzer Truppenübungsplatzes. Dieser Tage wird das Haus 1 in der Kaserne im Walde, einst in den 30-er Jahren zu Zeiten der Munitionsfabrik ein Krankenhaus, ausgeräumt. Zuletzt wurde es als Truppenunterkunft und von der Geländebetreuung genutzt. Nun steht die umfassende Sanierung, energetische Modernisierung und auch räumliche Umgestaltung an. Die Truppenübungsplatzkommandantur Klietz und auch der Bereich Truppenübungsplatzkommandantur Ost mit Kommandeur Oberstleutnant Michael Vormwald an der Spitze, der jetzt nebenan in den beiden Neubaublöcken (Häuser 18 und 25) sitzt, wird hierhin umziehen. Für das Objektmanagement reicht der Platz ebenfalls. Ende 2017 soll alles fertig sein.

So auch die neue Zufahrt zur Kaserne im Walde. Die schon vor einigen Jahren angelegte Zufahrt von der Platzrandstraße wird ertüchtigt. Die alte sehr schmale Auffahrt, die am See vorbei führt und keinen Begegnungsverkehr zulässt, bleibt nur noch für den Notfall. Errichtet werden muss hier noch ein neues Gebäude für das Wachpersonal.

Gut voran geht es bei der umfangreichen Sanierung der Küche in der Kaserne am See. Auch dieses Gebäude wurde im Juni 2013 geflutet. Zusätzlich zur Schadensbehebung werden hier weitere Modernisierungen unter anderem am Dach vorgenommen. Auch diese Arbeiten sollen 2017 abgeschlossen werden. Dann soll – so der Plan – die Kaserne am See wieder als Truppenunterkunft dienen. Jetzt nutzt das Land sie als Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge.

Bereits unmittelbar bevor steht die Inbetriebnahme der neuen Panzerwaschanlage auf dem Biwak-Platz Großwudicke.