Schollene l Gerade zweimal konnten sich die Dienstags- und Mittwochsmaler im März zum neuen Herbstsemester treffen – dann musste sich auch die Volkshochschule dem Lockdown beugen und schließen. All die Entwürfe zum Thema „Mixed Art“ blieben erst einmal im Regal liegen. Und dann, zum Auftakt des Herbstsemesters im Oktober, wurde voller Zuversicht weiter an den Ideen gefeilt. Aber dafür musste erst einmal umorganisiert werden. Nicht alle Schüler kamen, gehören sie doch aufgrund des Alteres zur Risiko-Gruppe. In der Bibliothek, die sich im Obergeschoss des Arzthauses befindet und die seit ein paar Jahren das Domizil des Malkurses ist, wurden Tische und Stühle umgestellt, so dass die Mindestabstände eingehalten werden konnten.

Erneute Zwangspause ab November

Viel Zeit blieb den Hobbymalern wieder nicht – Anfang Oktober zwangen die Vorschriften erneut zur Schließung. „Aber bis dahin gab es schon sehr sehenswerte Ergebnisse zum Thema ,Mixed Art‘ – also gemischte Kunst“, ist Kursleiterin Christine Kowalkowski stolz, was trotz der widrigen Umstände entstanden ist. „Wir haben uns sozusagen durch alle Techniken gewühlt. Es ging vor allem darum, Bild und Text zu vereinen. Auch die chinesische Pinselzeichnung samt gestempelter Signatur gehörten dazu. Richtig interessant war auch der unterschiedliche Blick auf ein Motiv.“ Christine Kowalkowski erzählt, dass ein Naturbild aus der Volksstimme die Grundlage bildete – jeder hat seine ganz eigene Sichtweise darauf dargestellt. Auch die Klopftechnik wurde angewandt: Blumen auf ein Blatt gelegt, Klarsichtfolie drüber und mit dem Hammer auf die Blüten klopfen. Diese gaben ihren farbigen Saft ab und stellten sich auf dem Papier dar, brauchten nur noch Blätter und Stiele dazugemalt zu werden. Sehenswert auch die Kalenderblätter: Versehen mit selbst gewählten Motiven und mit einem Spruch dazu gestaltet, um entsprechend der Vorgabe Bild und Text zu vereinen.

Ein Bild sticht auch aufgrund der Farben aus der Ausstellung heraus: „No Panik“, das Kultsänger Udo Lindenberg zeigt, das Original stammt aus dessen Feder. Die Nachzeichnung ist extra für den Arzt Ben Güldenpfennig angefertigt worden. Denn inpunkto Kunst steht er auf Karrikaturen – über dieses Bild hat er sich deshalb auch am meisten gefreut.

Freude über 200-Euro-Spende

Einen Grund zu Freude in der sonst wenig erfreulichen Corona-Zeit gab es doch: Die Kreisvolkshochschule Osterburg spendete den Schollenern 200 Euro für ihr Engagement schon über viele Jahre hinweg. Von diesem Geld konnte Christine Kowalkowski viele Rahmen kaufen, die sie sonst aus eigener Tasche finanzierte. „Das reichnt erst einmal wieder für ein paar Ausstellungen“, strahlt die ehemalige Kunstlehrerin, die den Kurs nun schon 16 Jahre lang leitet.

Die Hoffnungg ist vage, dass es zum nächsten Wintersemester im Februar weitergehen kann. Dann geht es um Grafiken. Die Ergebnisse hängen dann wieder im Treppenhaus.

Ausstellung auch in der neuen Tagespflege

Und es wird künftig noch einen weiteren Platz in Schollene geben, wo die Bilder der Volkshochschulmaler zu sehen sind: in der „Tagespflege mit Herz“. Nach der Eröffnung im Herbst sind hier in dem ehemaligen Schulgebäude gegenüber dem Arzthaus viele der Wände noch kahl, „sehr gern stellen wir hier die Bilder aus“, freut sich Sabrina Müller über die Anfrage von Christine Kowalkowski, der zum Tag der offenen Tür die Idee gekommen war. Mehr noch: Das Haus eignet sich auch bestens dafür, die Schollener Sagenbilder, die Christine Kowalkowski einst gemalt hatte und die in der Mühle ausgestellt waren, zu zeigen. Sie stehen jetzt quasi in der Ecke und haben es verdient, wieder ins Blickfeld gerückt zu werden. Auch von dieser Idee ist Sabrina Müller begeistert, „ganz sicher werden unsere Tagesgäste Freude an all den Bildern haben“.