Magdeburg l Die Zeit in Ottersleben ist nicht stehengeblieben, sie wurde auch nicht gestohlen. Nachdem Vandalen in der Nacht vom 30. Juni zum 1. Juli die Uhr auf ihrem Sockel auf dem Eichplatz zerstört hatten, wurde sie mittlerweile demontiert.

Die Sorgen des Heimatvereins Ottersleben (HVO), die Uhr könne aufgrund ihrer Schäden nicht wieder instandgesetzt werden, hätten sich zerstreut, so Eberhard Schulze: „Das Gehäuse befindet sich mittlerweile beim Ottersleber Unternehmer Henry Wilke in der Werkstatt.“

Der Heimatverein bemüht sich um die Pflege und Instandsetzung der Uhr, die bereits mehrfach Ziel von mutwilliger Zerstörung wurde. Erst vor kurzem war die Uhr in ein neues Gehäuse gesetzt worden. Daher fiel der jüngste Anschlag doppelt ins Gewicht: Kann die neuerliche Reparatur vom Verein finanziell gestemmt werden? Bei der Beantwortung dieser Frage steht die Stadt dem HVO zur Seite. Der Verein solle Angebote einholen, die Stadt werde die Kosten übernehmen, so Schulze: „Über dieses Angebot waren wir sehr überrascht und erfreut.“

Wann die Uhr wieder an ihrem Platz installiert werden kann, ist derzeit noch offen. Zum Festwochenende vom 1. bis 3. September, an dem Tausende Besucher zum 30. Volks- und Heimatfest (gleichzeitig die 1080-Jahr-Feier von Ottersleben) erwartet werden, wird die Zeit zu knapp. Schulze: „Wir gehen davon aus, dass es eher zum Ende des Jahres klappen wird. Wir sind aber froh, den Gästen nicht eine kaputte Uhr präsentieren zu müssen.“

Die Uhr hat aufgrund des Engagements von Schülern eine besondere Bedeutung: Nach dem Zweiten Weltkrieg haben Jungen und Mädchen in den 1950er Jahren im früheren Bördedorf u. a. durch das Sammeln von Altpapier Geld gesammelt, damit eine Uhr für den Eichplatz angeschafft werden kann, heißt es.

Sprengung auf dem Eichplatz

Seitdem die Uhr Ziel eines Anschlages wurde, hat sich ein weiterer Zwischenfall auf dem Eichplatz ereignet. Unbekannte hatten in der Nacht zum 25. Juli einen am Vereinsheim des HVO montierten Zigarettenautomaten gesprengt. Dabei wurden die Fassade des Vereinsdomizils sowie umstehende Fahrzeuge beschädigt. Die Überreste des Automaten sind von dessen Betreiber noch nicht entsorgt worden – sie lassen sich noch immer am Eichplatz finden.