Magdeburg l Stefan Krämer gab sich am Dienstagnachmittag ungewohnt zugeknöpft. Während der Trainer des 1. FC Magdeburg nach einer Einheit sonst gerne mal über Taktikvorstellungen und seine Spielidee spricht, hielt er sich diesmal bedeckt, sagte nur Allgemeines: „Wir wollen vor dem Spiel ganz bewusst nicht so viel sagen. Wir wollen in Kaiserslautern abliefern.“

Die Haltung vor dem Spiel am Sonnabend (14 Uhr) beim 1.  FC Kaiserslautern hat viel zu tun mit der Situation beim Gegner. Nach der Entlassung von Trainer Sascha Hildmann ist nämlich völlig unklar, wie der FCK auflaufen wird. Interimstrainer Alexander Bugera wird personelle und wohl auch taktische Änderungen vornehmen. Sofern er denn überhaupt an der Seitenlinie steht. Momentan ist selbst das unklar.

Krämer konzentriert sich auf sein Team

Diese Konstellation hat Auswirkungen auf die Magdeburger Vorbereitung. „Eigentlich konzentrieren wir uns bei der Spielvorbereitung zu 70 Prozent auf uns und zu 30 Prozent auf den Gegner“, sagte Krämer. „Jetzt gucken wir aber zu 100  Prozent nur auf uns.“ Die bisherigen Analysen des Gegners seien nicht viel wert. In diesem Moment klang Krämer fast wie sein Vorvorgänger Jens Härtel, der sich im Oktober 2018 über die Trainerentlassung von Trainer Christian Titz kurz vor dem Duell mit dem Hamburger SV ärgerte: „Die ganze Analyse ist für die Tonne.“

Unabhängig von der Trainersituation erwartet Krämer vom Gegner nach dem 1:6 in Meppen eine Trotzreaktion: „Das ist doch ganz normal. Nach einer solchen Niederlage wird das Team alles daransetzen, die Sache wieder geradezurücken. In diesem Spiel wird es vor allem auf eine gute Mentalität ankommen.“

Richtige Balance führt zum FCM-Erfolg

Auch wenn Krämer nicht näher auf die eigene Taktik eingehen will, deutet viel darauf hin, dass er wie zuletzt in Duisburg auf ein flaches 4-4-2 mit schnellen Außenspielern wie Sirlord Conteh und Tarek Chahed setzen wird. Von dieser Ausrichtung ist auch FCM-Sportchef Maik Franz überzeugt: „Gegen Duisburg waren die ersten 15  Minuten richtig gut. Daran wollen wir anknüpfen, auch wenn sich dieses Powerplay nicht über 90 Minuten durchhalten lässt.“

Ein Schlüssel in diesem Duell zweier Traditionsvereine soll trotz aller zu erwartender Emotionen die richtige Balance werden. „Gegen Duisburg hatten wir gute, aber auch schlechtere Phasen. Jetzt ist wichtig, die Konstanz zu finden“, sagt Franz. Maßstab seien die bereits vor Wochen genannten fünf Forderungen: Mentalität, Kompaktheit, Restraumverteidigung, Umschaltverhalten und spielerische Lösungen. „Nach sieben Spielen in Folge ohne Niederlage hat sich gezeigt, dass wir schwer zu schlagen sind. Wir wollen jetzt aber möglichst bald auch wieder häufiger gewinnen.“

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