Magdeburg l Christian Beck wollte am Donnerstag nicht gestört werden. Entschlossen ging er zum Greenkeeper, der sich mit dem Rasentraktor um die Pflege des Untergrundes in der MDCC-Arena kümmerte – und bat um etwas Ruhe.

Schließlich sprach er über ein Thema, das dem Kapitän des 1. FC Magdeburg am Herzen liegt. Denn das Ostderby am Sonnabend (14 Uhr) gegen Hansa Rostock ist für ihn weitaus mehr als ein normales Spiel. Erstmals stehen mit Ex-Mitspieler Nils Butzen und Ex-Trainer Jens Härtel zwei langjährige Weggefährten auf der anderen Seite, sind seine Gegner. Auch zu Rostocks Co-Trainer Ronny Thielemann, der Härtel an die Ostsee folgte, pflegte Beck zu gemeinsamen Magdeburger Zeiten ein gutes Verhältnis. „Es ist schon komisch, Nils, Ronny und Jens Härtel auf der anderen Seite zu sehen“, gibt Beck zu. „Ich denke aber, dass es auch für die drei ein ungewohnter Moment ist.“

Beck und Butzen sind gute Freunde

Beck und Butzen kennen sich, seitdem der Stürmer im Januar 2013 zum FCM kam. Beide verbindet weit mehr als eine Zeit im gleichen Trikot. „Wir haben sehr viel miteinander erlebt, hatten unglaubliche Erfolge, haben mit dem Zweitligaaufstieg das erreicht, was zuvor in Magdeburg noch niemand geschafft hat. Das kann uns keiner mehr nehmen“, sagt Beck. Und: „Nils und ich sind gute Freunde, telefonieren häufig.“

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Zum bisher letzten Mal telefonierten die beiden übrigens am vergangenen Montag. Bis zum Abpfiff am Sonnabend muss das aber erst mal reichen. „Ich weiß, dass Jens Härtel es nie mochte, wenn wir kurz vor dem Spiel Kontakt mit Ex-Kollegen hatten. Wahrscheinlich hat er das Handy von Nils schon einkassiert“, sagt Beck im Spaß.

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Der 31-Jährige ist davon überzeugt, dass Butzen am Sonnabend von den FCM-Fans gefeiert wird. Butzen selbst war sich da nicht so sicher – verlief sein Abschied doch nicht ganz geräuschlos. Im November 2018 wurde er beim FCM zunächst als Kapitän abgesetzt, büßte dann seinen Stammplatz ein. „Ich bin aber davon überzeugt, dass die Fans das honorieren, was Nils hier geleistet hat. Alles andere würde ich nicht verstehen, es wäre auch nicht gerecht“, meint Beck.

Wiedersehen mit Ex-FCM-Trainer Härtel

Viel geleistet hat beim FCM auch Ex-Trainer Jens Härtel, der im Sommer 2014 kam, 2015 zunächst in die 3. Liga und 2018 in die 2. Bundesliga aufstieg. Im November 2018 wurde er nach nur neun Punkten aus 13 Spielen entlassen. „Mit dem Trainer ging es bis zur 2. Liga nur bergauf. So ist aber das Fußballgeschäft, damit muss man sich wohl abfinden“, sagt Beck etwas verbittert. Mit der Zeit sind die Wunden allerdings langsam verheilt, für Beck steht jetzt die Freude auf die Zukunft im Vordergrund.

Und mittlerweile verrät er auch einige Schmonzetten rund um Härtel – beispielsweise wenn es darum geht, dass der jetzige Hansa-Coach eigentlich sehr verschlossen ist. „Im Verlauf der Jahre ist aber selbst er etwas lockerer geworden. Es gab dann sogar eine Zeit, in der wir manchmal zwei Tage in Folge frei hatten. Das war etwas ganz Besonderes und anfangs undenkbar“, erzählt Beck und lacht.

Beck freut sich auf Späßchen nach Spiel

Selbst die etwas stoische Fassade Härtels bröckelte hin und wieder. „Dann hat auch er ein paarmal aus vollem Herzen gelacht“, schmunzelt der Kapitän.

So groß die Emotionen am Sonnabend als Gegner auf dem Rasen auch sein mögen – danach sieht das laut Beck wieder ganz anders aus: „Es wird sicherlich den einen oder anderen Spaß geben. Auch wenn das Spiel für Rostock nicht so gut ausgehen wird.“

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