Wolfsburg l Eigentlich musste man nur Alexander Brunst  beobachten. Der Torhüter des 1. FC Magdeburg drehte vor dem Testspiel Donerstag gegen den VfL Wolfsburg eine Runde nach der anderen um das Spielfeld im AOK-Stadion. Dann plauschte er minutenlang mit VfL-Cheftrainer Bruno Labbadia, um es sich letztlich auf der Pressetribüne bequem zu machen.

Damit war klar: Die Stammformation des FCM um Brust würde nicht auflaufen. Zumindest nicht vollständig. Und Trainer Jens Härtel beorderte in der ersten Halbzeit tatsächlich eine B-Elf aufs Spielfeld. Wie auch Labbadia, der notgedrungen nicht seine Stammkräfte brachte, allein neun Spieler des VfL sind in der aktuellen Länderspielpause mit ihren Nationalteams unterwegs.

Abstimmungsschwierigkeiten

So erklärte sich dann auch der 1:1 (1:0)-Endstand. Beide Mannschaften hatten einen etwas zusammengewürfelten Charakter. Beim VfL zeigte sich das in Abstimmungsschwierigkeiten zwischen der Defensive und Torhüter Pavao Pervan. Beim FCM haperte es dagegen im Zusammenspiel.

So beispielsweise vor dem Führungstreffer der Wolfsburger, als zwischen Tarek Chahed und Nils Butzen die Absprache misslang und Chahed letztlich Elvis Rexhbecaj foulte. Den Freistoß von Maximilian Arnold verwandelte Robin Knoche zum Führungstreffer der Gastgeber (21.).

Danach erarbeiteten sich beide Mannschaften Chancen. Mergim Berisha als FCM-Sturmspitze setzte Akzente – er ließ bereits in der 19. Minute das Tornetz zappeln, stand allerdings im Abseits. Jedoch tat sich die Magdeburger Defensive schwer. In der 43. Minute tauchte Daniel Ginczek allein vor FCM-Torwart Jasmin Fejzic auf und umspielte diesen. Sein Abschluss ging aber am rechten Pfosten vorbei.

Nach und nach die Stammformation

Härtel, der sein Team in einem 4-2-3-1 auflaufen ließ, schickte in der zweiten Hälfte nach und nach die Stammformation auf den Rasen. Neun Wechsel nahm der Trainer vor. Und so war es wieder einmal Christian Beck, dem per Kopf das Tor gelang (84.). Er profitierte davon, dass sich Keeper Pervan verschätzte.

„Wir sind mit ein bisschen Glück im Spiel geblieben und haben uns am Ende noch belohnt“, resümierte Härtel, „wir haben es den Wolfsburgern schon schwer gemacht, man sieht dann aber doch, dass es ein Bundesligist ist.“

FCM: Fejzic (63. Seidel) – Butzen (68. Hammann), Handke (68. Erdmann), Müller (79. Harant), Abu Hanna (29. Niemeyer) – Chahed (76. Türpitz), Laprevotte – Lohkemper (63. Costly), Weil, Kwadwo (76. Rother) – Berisha (63. Beck)