Berlin (dpa) - Geheimdienste, international agierende Kriminelle und Terrororganisationen - sie alle bedrohen in zunehmendem Maße das Internet und die persönlichen Daten ihrer Nutzer.

Was Marc Goodman in seinem neuen Buch Global Hack an Beispielen tatsächlicher digitaler Angriffe zusammenträgt, dürfte bei einigen Lesern für eine Schockstarre sorgen. Auf weit über 400 Seiten breitet der Sicherheits-Spezialist kenntnisreich und detailliert ein Kaleidoskop von Bedrohungen aus, dem der moderne Mensch in allen Lebenslagen gegenübersteht - und das kaum noch eine Lücke offen lässt. 

Mit zunehmender Digitalisierung der Gesellschaft, so beschreibt es Goodman, wächst die Bedrohungslage durch Cyberkriminelle jeder Couleur fast exponentiell. Kein Bereich im gesellschaftlichen Leben scheint noch sicher. Attacken drohen beim Smartphone, bei der Nutzung von Cloud-Diensten, im Online-Handel, bei vernetzten Stromsystemen, beim smarten Fernsehen oder in intelligenten Städten. Für seine Beispiele aus all diesen Bereichen greift Goodman auf einen reichhaltigen Erfahrungsschatz zurück. 

Dabei will Goodman nicht als technikfeindlich gelten. Es sei keine Lösung, sich vom Internet einfach abzuwenden, betont der Autor, der sich auch als Fan der Innovationskraft aus dem Silicon Valley zu erkennen gibt. Goodman ist Sicherheits-Experte. Er arbeitet für das FBI und berät Interpol, wenn es um Fragen der Internet-Kriminalität geht. Vor einigen Jahren gründete der Harvard-Absolvent das Future Crime Institut, in dem Fachleute und Wissenschaftler daran tüfteln, wie man sich gegen die wachsenden Formen der Internet-Kriminalität einen Vorsprung herausarbeiten kann. 

Goodman will auch Lösungswege aufzeigen. So plädiert der Autor für eine generelle Zwei-Wege-Authentifizierung etwa mit zusätzlichen biometrischen Merkmalen oder für generelle Verschlüsselung in Betriebssystemen. Die Datenschutzrichtlinie der EU liefert für den Amerikaner ein gutes Beispiel, wie das Grundrecht auf den Schutz der persönlichen Daten besonders verbraucherfreundlich realisiert werden kann. Und wie die obersten Datenschützer in Deutschland rät auch Goodman zur Datensparsamkeit. Mit knapp 50 Seiten machen seine Lösungsansätze in Global Hack jedoch nur einen Bruchteil des Buchumfangs aus. So bleibt das Schreckensszenario, das er zuvor entwirft, schillernd übermächtig.

- Marc Goodman, Global Hack, Hanser Verlag, München, 552 Seiten, 24,90 Euro, ISBN 978-3-446-44464-5.

Global Hack