Gewerkschaften warnen vor Generalverdacht gegen Feuerwehr

Von dpa 05.06.2021, 20:32

Bremen - Nach der Kritik einer Sonderermittlerin an der Führungskultur der Bremer Feuerwehr haben mehrere Gewerkschaften vor einem Generalverdacht gegen die Feuerwehr gewarnt. „Wir sind uns sicher, dass es in der Feuerwehr Bremen keine rassistischen Strukturen gibt und sind uns gleichzeitig bewusst, dass nicht ausgeschlossen werden kann, dass bei solch einer großen Organisation Einzelne mit rechtsextremem Gedankengut tätig sein können“, teilten die Gewerkschaften Verdi, DFeuG und komba in einer gemeinsamen Stellungnahme am Samstag mit.

Die ehemalige Präsidentin des Oberlandesgerichtes, Karen Buse, hatte in ihrem am Freitag vorgestellten Abschlussbericht bilanziert, dass eine männliche, hierarchische, traditionsverbundene und veränderungsresistente Organisationskultur die Integration von Personen mit abweichenden Merkmalen wie Frauen, Migranten und Homosexuellen erschwere.

Ende November 2020 waren Vorwürfe bekannt geworden, dass Mitglieder einer Wachabteilung jahrelang in Chats rechtsextremistische und rassistische Inhalte geteilt hatten. Es ging aber nach Behördenangaben auch um frauenfeindliche und sexistische Vorfälle sowie Mobbing.

„Eine rassistische, diskriminierende Sprache hat in der Feuerwehr nichts zu suchen. Wir müssen sehr deutlich eine antirassistische Haltung vorleben - in unserem Handeln und in unserem Wortschatz“, stellten die Gewerkschaften klar. Frau Buse stelle in ihrem Bericht jedoch fest, dass es sich lediglich um Einzelfälle handele. Deswegen sei es besonders wichtig, dass nicht die gesamte Feuerwehr Bremen unter Generalverdacht gestellt werde.