Kommunen erwägen Verpflichtungen von Wahlhelfern

Melden sich genug Helfende für die Landtags- und Bundestagswahl im Nordosten? Falls nicht, drohen in Schwerin und Rostock Zwangsverpflichtungen. Besser schaut es in einer anderen Kommune aus.

Von dpa

Boizenburg/Schwerin - Knapp zehn Wochen vor der Landtags- und der Bundestagswahl fehlen in Mecklenburg-Vorpommern teilweise Wahlhelfer. Bei ihren Vorbereitungen sind die lokalen Wahlbehörden unterschiedlich weit, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab.

In Schwerin fehlen noch 300 Wahlhelferinnen und Wahlhelfer. Erst 385 Freiwillige haben ihre Bereitschaft erklärt, wie eine Sprecherin sagte. Möglicherweise müssten Wahlberechtigte verpflichtet werden. Die Wahlbehörde sei bemüht, solche Fälle möglichst gering zu halten. Schon jetzt seien unter den Freiwilligen viele Mitarbeiter der Stadtverwaltung.

Auch die Stadt Rostock sucht noch bis zu 300 Freiwillige, wie eine Sprecherin mitteilte. Etwa 1700 Menschen wollten den Angaben zufolge helfen. Erfahrungsgemäß gingen nach dem Versand der Berufungen aber Absagen ein. Dann müsse nachgesteuert werden, zur Not mittels Verpflichtungen. Das könne nicht nur Beschäftigte von Behörden treffen, sondern alle Wahlberechtigten.

In den Gemeinden im Landkreis Rostock werden insgesamt 1947 Freiwillige gebraucht. Nach Angaben eines Sprechers sind derzeit noch 260 Wahlhelfer-Stellen unbesetzt.

In Boizenburg (Ludwigslust-Parchim) konnten dagegen bereits 93 der 98 nötigen Helfer für die Durchführung der Wahlen gewonnen werden, sagte Bürgermeister Harald Jäschke (parteilos). Gleichwohl werde es voraussichtlich nötig, noch Helfer zu verpflichten. Es steht dort auch noch eine Bürgermeisterwahl an.