Kriminalistik

Neuer Studiengang für Kriminalbeamte

In Brandenburg soll 2020 der erste Masterstudiengang für Kriminalitätsbekämpfung an der Polizeihochschule starten.

Potsdam (dpa) l An der Brandenburger Polizeihochschule sollen künftig in einem Masterstudiengang Spezialisten für besondere Aufgaben in der Kriminalitätsbekämpfung ausgebildet werden. Der erste Masterstudiengang Kriminalistik für 25 erfahrene Polizeibeamte werde im Herbst 2020 starten, kündigte Innenstaatssekretärin Katrin Lange am Mittwoch in Potsdam an. Mittelfristig sollen weitere solche Studiengänge hinzukommen.

Der zweijährige Studiengang baut auf den Bachelor-Abschluss auf und soll vertieftes Fachwissen etwa zur Bekämpfung der Organisierten Kriminalität, Cybercrime oder politisch motivierter Kriminalität vermitteln. "Kriminelle bedienen sich ständig neuer Methoden und Techniken und wir brauchen Polizisten, die stets ein bisschen schlauer sind als diese", sagte Lange.

Mit dem Masterstudiengang für Kriminalisten betrete Brandenburg Neuland, betonte der Präsident der Fachhochschule der Polizei in Oranienburg (Oberhavel), Rainer Grieger. "So etwas gibt es in anderen Bundesländern noch nicht." Die Einrichtung soll dann in "Hochschule der Polizei" umbenannt werden. "Dies ist ein Bekenntnis zu Spezialisten-Karrieren in der Polizei."

Kriminalität habe sich stark verändert und finde zunehmend im Internet statt, erläuterte die Staatssekretärin. "Aber auch in der polizeilichen Taktik und Technik werden immer intensiver netzbasierte Anwendungen genutzt und große Datenmengen verarbeitet." Dies stelle immer höhere Anforderungen an die Ermittler. "Und nicht zuletzt sollen die Chancen weiterentwickelter forensischer Mittel und Methoden in der Ermittlungsarbeit gemeinsam mit aktuellen Forschungsergebnissen stärker genutzt werden."

Der Bund Deutscher Kriminalbeamter sprach von einem "Quantensprung" bei der Ausbildung von Kriminalbeamten in Brandenburg. Schon seit drei Jahrzehnten fordere die Gewerkschaft eine spezialisierte Ausbildung, sagte der Landesvorsitzende Riccardo Nemitz.

Angesichts der vielfältigen Anforderungen an die Polizei sei in einem zweiten Schritt aber auch ein fachspezifischer Bachelor-Abschluss notwendig, forderte Nemitz. Bislang würden die Polizeianwärter drei Jahre lang als Generalisten ausgebildet. Erst in den letzten Wochen der Ausbildung gebe es je nach vorgesehener Verwendung auch spezifische Inhalte für die Anwärter.