Viktoria: Papa Muzzicato stolz nach Sieg-Debüt

Von dpa 26.07.2021, 13:18
Trainer Benedetto Muzzicato trainiert mit seinem Team.
Trainer Benedetto Muzzicato trainiert mit seinem Team. Andreas Gora/dpa/Archivbild

Berlin - Söhnchen Elio (7) und Töchterchen Lia (12) nutzten die Gunst der Stunde und turnten nach der Pressekonferenz ausgelassen um ihren Papa herum. Trainer Benedetto Muzzicato strahlte nach dem Drittliga-Premierensieg seiner Viktoria gegen den Namensvetter aus Köln. „Wir haben acht Monate nicht gespielt. Dazu sind noch einige Spieler angeschlagen. Wie wir das in fünf Wochen kompensiert haben, darauf sind wir stolz“, erklärte der Deutsch-Italiener.

Die Vorbereitung ist aufgegangen, das 2:1 und auch die Art und Weise des ersten Auftritts des Neulings machten deutlich: Muzzicato hat unter schwierigen Bedingungen eine ordentliche Mannschaft auf die Beine gestellt. Auch wenn der 42 Jahre alte Coach, der in der coronabedingt nach elf Spielen und elf Siegen abgesagten Aufstiegssaison seinen Vertrag bis 2023 verlängert bekam, weiß: „Es werden auch Rückschläge kommen. Da müssen wir Antworten finden.“

Ob es am Ende schon reicht, um dauerhaft mitzuhalten in Liga drei, das Gefühl könne sich nach nur einem Spiel noch nicht einstellen. „Das hätte ich auch gesagt, wenn es anders ausgegangen wäre“, bemerkte der Trainer, dessen Familie weiter in Bremen lebt.

Viele Wochen und Monate konnte er in der Corona-Zwangspause mit seinen Spielern nur telefonieren. Für einen Trainer besonders schwer, der „viel über Kommunikation“ komme. Jeden seiner sechs Neuzugänge hat Muzzicato mehrmals per Videotelefonie kontaktiert, „um auch ihre Reaktion zu sehen“. Das Menschliche sei ihm wichtiger als die Idee vom Laptop-Trainer, bemerkte Muzzicato.

Die Aufgabe, den traditionsreichen FC Viktoria dauerhaft zur dritten Fußball-Größe in der Hauptstadt zu formen, sieht der Coach nicht als Abenteuer. „Das Wort Abenteuer mag ich nicht. Das hört sich so märchenhaft an. Aber es stecken eine Idee und ein konkreter Plan dahinter“, betonte Muzzicato. Doch erst einmal geht es um Alltag für den deutschen Meisters von 1908 und 1911. „Das wird eine andere Nummer auswärts“, sagte der Trainer zum nächsten Spiel am Sonntag bei Zweitliga-Absteiger Eintracht Braunschweig.