Brüssel (dpa) l Vom Urenkel des italienischen Diktators Benito Mussolini bis zur rumänischen Tennis-Legende: Auf den Kandidatenlisten für die Europawahl finden sich etliche prominente Promis.

Sarah Wiener:
Die TV-Köchin kandidiert auf Platz 2 der Liste der österreichischen Grünen. Die 56-Jährige will sich für Tierschutz, Öko-Landwirtschaft und soziale Gerechtigkeit einsetzen.

Silvio Berlusconi:
Der skandalumwitterte Ex-Ministerpräsident Italiens darf Jahre nach einer Verurteilung wegen Steuerhinterziehung wieder für politische Ämter kandidieren und lässt sich das mit seinen 82 Jahren auch nicht nehmen. „Aus Verantwortungsgefühl“ habe er sich dafür entschieden, so der Chef der konservativen Forza Italia.

Caio Giulio Cesare Mussolini:
Berühmt ist vor allem sein Nachname: Der 51-Jährige ist der Urenkel des einstigen italienischen faschistischen Diktators Benito Mussolini. Er kandidiert für die rechtsnationale Partei Fratelli d‘Italia, die bei der Parlamentswahl 2018 rund vier Prozent erhielt.

Ilie Nastase:
Die frühere Nummer eins der Tennis-Weltrangliste kandidiert für die rumänische Kleinpartei UNPR (Nationale Union für den Fortschritt Rumäniens). Der Ruf des 72-Jährigen hat zuletzt etwas gelitten. Voriges Jahr lieferte sich Nastase ein Handgemenge mit Polizisten.

Sarunas Marciulionis:
In Litauen wagt sich mit Sarunas Marciulionis eine Basketball-Legende auf das politische Parkett, tritt für die Mitte-Partei an. Einst war er der erste Spieler aus der Sowjetunion in der US-Profi-Liga NBA.

Ivan Bella:
Die fremdenfeindliche Partei Wir sind Familie hat in der Slowakei den 54-jährigen, ehemaligen Kosmonauten Ivan Bella nominiert. Bella flog 1999 als bisher einziger slowakischer Staatsbürger ins All.

Gianis Varoufakis:
Der griechische Ex-Finanzminister (58) brachte während der Finanzkrise seine europäischen Partner zur Weißglut. Varoufakis, der in Berlin seinen Wohnsitz hat, tritt in Deutschland als Spitzenkandidat der Vereinigung Demokratie in Europa an.