Es ist grundsätzlich richtig, dass der französische Präsident François Hollande bei seiner Werbetour für eine schlagkräftige Allianz gegen die Terrormiliz IS um Moskau keinen Bogen gemacht hat. Schließlich macht sich auch der russische Präsident dafür stark. Aber nicht nur, dass das Treffen vom Abschuss des russischen Kampfjets durch die Türkei überschattet war, auch sind die Ziele, die die westlichen Staaten einerseits und Russland sowie der Iran andererseits verfolgen, grundverschieden. Dies macht sich an der Figur Baschar al-Assad fest. Den wollen Frankreich und die Nato-Partner aus dem Präsidentenamt jagen, während Russen und Iraner ihn beziehungsweise sein Regime als Stabilisierungsfaktor sehen.

Erst wenn es hier eine gemeinsame Position gibt, kann die wirksame Bekämpfung des Islamischen Staates in den Vordergrund rücken. Die Allianz, falls sie zustandekommt, ist aber in jedem Fall bei den scharfen Unterschieden der Beteiligten nur ein Kampfbündnis auf Zeit.