Eberswalde l Sein Kind nach Bundeskanzlerin Angela Merkel zu benennen? Für viele Eltern wohl unvorstellbar.

Die neu ankommenden Flüchtlinge aus afrikanischen Ländern sehen das anders. Für sie ist Angela Merkel eine Heilige, weil sie für so viele Menschen Gutes getan hat. Deswegen hat Georgette Mbaha aus dem brandenburgischen Eberswalde ihren neugeborenen Sohn auf den Namen „Christ Merkel“ getauft. Die 32-jährige Frau aus Kamerun sagte gegenüber einer Zeitung, sie hoffe, ihr Sohn wird einmal genauso vielen Menschen helfen, wie es Jesus Christus und Angela Merkel getan hätten.

In Hannover hat eine junge Flüchtlings-Mutter aus Ghana den kompletten Namen unserer Bundeskanzlerin übernommen. Das Kind heißt offiziell „Angela Merkel Adé“.

Die Deutschen zeigen sich von ihrer Kanzlerin wenig beeindruckt. Hierzulande wird der Name „Angela“ höchstens als Zweitname verwendet und dann auch nur, so der Namensforscher Knud Bielefeld, wenn eine verstorbene Verwandte so hieß. Wir können uns eher mit erfolgreichen Fußballern identifizieren, wie Ronaldhino oder Figo, als mit Politikern, erklärt Namenswissenschaftlerin Gabriele Rodríguez. Besonders bei Jungen macht sich die fußball-verrückte Art der Deutschen bemerkbar.

In afrikanischen Ländern ist der Name Obama der Hit für neugeborene Kinder. Dafür sind wir Deutschen wohl zu politikverdrossen.

Vielleicht kommt die Trendwende noch und Sigmar, Ursula und Horst werden wieder in. Wir könnten uns ruhig dankbarer zeigen.