Hannover l Zu einem guten Werkstatt-Service gehört, um ganz sicher zu gehen, dass auch alles richtig funktioniert, nach der Reparatur in jedem Fall eine Testfahrt. Schließlich ist der Kunde König. Die Frau, die ihren Wagen übers Wochenende in eine Werkstatt in Hannover zur Reparatur gab, muss mindestens Kaiserin gewesen sein. Das würde auf jeden Fall die besonders ausgiebige Testfahrt erklären, die der Werkstatt-Chef mit dem ihm anvertrauten Kundenfahrzeug alias Kaiser-Karosse unternahm. Die Probe-Tour ging einfach mal über schlappe 3000 Kilometer - nach Warschau und zurück.

Wäre womöglich nie aufgefallen dieser Extraservice. Allerdings wurde Werkstattchef in Warschau geblitzt, den Strafzettel bekam Fahrzeugbesitzerin per Post. Die Frau verstand die besondere Dienstleistung irgendwie falsch und erstattete Anzeige. Naja, und vor lauter Probefahrt hatte die Werkstatt auch noch die vereinbarte Reparatur vergessen. Jetzt muss der Autoschrauber vor Gericht anrollen. Nicht in Warschau, sondern in Hannover.