Halle (dpa) l Sachsen-Anhalt bleibt aktuellen Zahlen der Landesarbeitsagentur zufolge bundesweit Schlusslicht bei der Beschäftigung von Schwerbehinderten. Demnach arbeiteten bei privaten und öffentlichen Arbeitgebern zum Stichtag im Dezember 2017 insgesamt 13.925 Schwerbehinderte – eine Besetzungsquote von 3,4 Prozent, wie die Landesarbeitsagentur am Freitag mitteilte. In keinem anderen Bundesland liege die Quote so niedrig wie in Sachsen-Anhalt.

Trotz guter Arbeitsmarktlage blieben Schwerbehinderte bei der Jobsuche benachteiligt, erklärte der Chef der Landesarbeitsagentur, Kay Senius. In Sachsen-Anhalt dominierten kleine und mittlere Unternehmen, in denen der Chef selbst mit anpacke. Deshalb fehle oft Zeit und Wissen, sich mit der Beschäftigung von Schwerbehinderten auseinanderzusetzen. Es gebe aber auch Vorurteile, und Menschen mit Behinderung werde weniger zugetraut, sagte Senius.

Betriebe mit mehr als 20 Beschäftigten sind gesetzlich verpflichtet, mindestens fünf Prozent ihre Arbeitsplätze mit Schwerbehinderten zu besetzen. Tun sie das nicht, müssen sie eine Ausgleichsabgabe zahlen. In Sachsen-Anhalt betrifft die Fünf-Prozent-Pflicht 4339 Arbeitgeber. Nur 710 kommen ihr den Angaben zufolge vollständig nach. 2340 Betriebe liegen zwischen ein und fünf Prozent, 1289 Arbeitgeber beschäftigen gar keine Schwerbehinderten.