Magdeburg l Wer in Sachsen-Anhalt für einen Energieversorger arbeitet, hat mit Blick auf Einkommen und Arbeitszeit meist das große Los gezogen. In keiner anderen Branche erhalten Mitarbeiter zwischen Arendsee und Zeitz mehr Geld – 29,17 Euro sind es pro Stunde. Monatlich macht das 4847 Euro brutto, das entspricht fast 150 Prozent des Durchschnittsgehalts von 3264 Euro.

Zugleich müssen Beschäftigte der Branche vergleichsweise wenige Stunden leisten. 38,2 sind es nach Angaben des Statistischen Landesamts pro Woche. Der Rest der Sachsen-Anhalter arbeitet mit 39,8 Stunden deutlich länger – bundesweit übrigens der höchste Wert. Zum Vergleich: Im Boom-Land Baden-Württemberg sind es lediglich 39 Stunden.

Zu den Topverdienern gehören daneben auch Beschäftigte der Finanz- und Versicherungsbranche. Sie bekommen immer noch 27 Euro je Stunde, und damit 8,15 Euro mehr als der Durchschnitt. Auch Finanzer und Versicherer arbeiten mit 39,3 Wochenstunden weniger lange als der große Rest des Landes. Richtig buckeln müssen Mitarbeiter in Verkehr und Lagerei. 42 Stunden sind es je Mitarbeiter pro Woche. Trotzdem gehören Lkw- und Staplerfahrer zu den Geringverdienern. Gezahlt werden gerade mal 13,98 Euro, das entspricht einem Brutto-Lohn von 2550 Euro.

Geringverdiener im Gastgewerbe

Es geht auch noch schlechter. Schlusslicht ist das Gastgewerbe. In Hotels und Gaststätten verdienen Beschäftigte gerade mal 12,18 Euro die Stunde. Das sind nur 65 Prozent des Durchschnittsgehalts im Land. Auch deutschlandweit hält die Branche die rote Laterne.

Noch wichtiger als die Branche ist nur die Qualifikation. Wer einen Job in Leitungsfunktion ergattert, verdient schon deshalb statistisch gesehen 3200 Euro brutto mehr als der Durchschnitt. Auch die mittlere Leitungsebene – darunter Vorarbeiter oder Meister – kann mit erheblich besseren Gehältern als der große Rest rechnen.

Vor allem das Führungspersonal erhält zudem besonders häufig großzügige Sonderzahlungen wie Prämien oder Urlaubsgeld. 6090 Euro jährlich sind es allein bei Jobs in Leitungsfunktionen.

Damit zieht das Führungspersonal zugleich den Durchschnittslohn im Land statistisch in die Höhe. Niedriger Qualifizierte können von solchen Zulagen nur träumen. Ganze 1179 Euro erhalten etwa Angelernte pro Jahr. Zusammen mit Facharbeitern in klassischen Ausbildungsberufen und Ungelernten stellen Angelernte so zwar zwei Drittel der Beschäftigten – nicht einmal Facharbeiter kommen aber auf den Durchschnittslohn.