Magdeburg l Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD) hat den geplanten Stellenabbau des Arzneimittel-Herstellers Salutas in Barleben mit Bedauern zur Kenntnis genommen. „Wir sind mit dem Unternehmen im Gespräch", sagte der Minister am Freitag der Volksstimme. Ihm gegenüber habe Salutas die Bedeutung des Standortes Barleben deutlich gemacht, aber gleichzeitig mitgeteilt, dass ein Stellenabbau nicht zu verhindern sei.

Salutas hatte am Donnerstag bei einer Mitarbeiterversammlung harte Einschnitte verkündet. 150 der 1172 Beschäftigten in dem Werk in der Börde-Gemeinde verlieren ihren Job. Darüber hatte die Volksstimme exklusiv berichtet. Der Stellenabbau solle in den ersten Monaten des kommenden Jahres erfolgen, so ein Sprecher des Mutter-Konzerns Sandoz. Der Sprecher begründete den Schritt mit gesunkenem Produktionsvolumen. Im Wettbewerb um Aufträge für die Produktion von nachgeahmten Medikamenten – sogenannter Generika – ging Sandoz mit seiner Marke Hexal zuletzt öfter leer aus. Um Kosten zu senken, verlagerte der Konzern die Produktion einiger Arzneien von Barleben ins Ausland.

Auf dem deutschen Generika-Markt geht es mitunter zu wie auf einem Basar: Weil die Krankenkassen sparen wollen, schreiben sie nachgeahmte Medikamente aus, sogenannte Generika. Der Hersteller, der die Ausschreibung der Krankenkasse gewinnt, darf produzieren. Andere Mitbewerber bleiben auf der Strecke.

Fachkräfte gesucht

Minister Willingmann äußerte Verständnis für dieses System. „Für das Unternehmen ist der Kostendruck in der Arzneimittel-Produktion zwar eine Herausforderung", erläuterte er, „auf der anderen Seite besteht aber bei den Millionen Krankenversicherten und bei den Arbeitgebern in Deutschland ein großes Interesse daran, dass Medizin auch in Zukunft bezahlbar bleibt und die Krankenversicherungsbeiträge für Versicherte und Arbeitgeber nicht übermäßig steigen."

Für die 150 Mitarbeiter, die bei Salutas in den kommenden Monaten ihren Job verlieren werden, sieht der Wirtschaftsminister gute Chancen, schnell einen neuen Arbeitsplatz zu finden. Der Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt habe sich in den vergangenen Jahren sehr positiv entwickelt. Viele Unternehmen würden qualifizierte Fachkräfte suchen, sagte Willingmann.