Nürnberg (dpa) l Die Arbeitslosigkeit in Ostdeutschland wird einer Prognose des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zufolge im nächsten Jahr zurückgehen. In allen ostdeutschen Flächenländern werde sie 2021 sogar unter dem Niveau liegen, auf dem sie vor Beginn der Corona-Krise im März gelegen habe, teilte das Institut am Freitag in Nürnberg mit.

Die Prognose auf Grundlage von Daten der Bundesagentur für Arbeit geht von mehreren Annahmen aus. Eine der wesentlichen ist, dass es nicht noch einmal zu einem kompletten Lockdown wegen der Corona-Pandemie kommt.

Bis auf eine Ausnahme wird demnach die Arbeitslosenquote im Jahr 2021 in allen Bundesländern zurückgehen. Lediglich in Bayern werde mit einem leichten Anstieg um 0,1 Prozentpunkte gerechnet – allerdings hat der Freistaat mit 4,2 Prozent auch die niedrigste Arbeitslosenquote.

Rückgang schon vor Corona stark

Die Spanne reiche von dem leichten Anstieg der Quote in Bayern bis zu einer Verringerung um einen Prozentpunkt in Bremen und Sachsen-Anhalt. Die höchsten Arbeitslosenquoten prognostiziert das IAB für die Stadtstaaten Berlin (10,9 Prozent) und Bremen (11,2 Prozent).

Im Osten Deutschlands spiele vor allem der Rückgang der Erwerbsbevölkerung eine Rolle. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit sei deswegen schon vor der Corona-Pandemie relativ stark gewesen.

Trends können ins Gegenteil umschlagen

Bei der Beschäftigungsentwicklung gehen die Arbeitsmarktforscher für 2021 von einem flächendeckenden Zuwachs aus. Ein besonders hohes Beschäftigungsplus erwarten sie in Berlin.

Die IAB-Forscher betonen, Prognosen auf regionaler Ebene wiesen eine hohe Unsicherheit auf. "Die Wirtschaftsstruktur und auch die Eindämmungsmaßnahmen infolge der Covid-19-Pandemie können regional unterschiedlich starke Auswirkungen auf die Arbeitsmarktentwicklung haben." Die Trends bei Beschäftigung und Arbeitslosigkeit könnten sich verstärken – oder auch ins Gegenteil umschlagen.