Magdeburg l Hammerharter Saisonauftakt, Fragezeichen hinter wichtigen Spielern - das klingt nicht unbedingt nach einer Traum-Konstellation. Doch SCM-Trainer Bennet Wiegert hält aber nichts vom Lamentieren: „Den Spielplan können wir ohnehin nicht beeinflussen. Ich hätte natürlich auch gerne den kompletten Kader zusammen, aber auf die Tränendrüsen zu drücken, hilft uns doch nicht weiter. Wir müssen jetzt einfach machen.“

Das lebt der 36-Jährige seinen Jungs vor. Wenn Wiegert über den Saisonauftakt am Donnerstag (19 Uhr, Sky) in Melsungen spricht, dann erklingt in jeder Silbe die Vorfreude auf das Spiel. „Klar wären wir lieber mit einem Heimspiel gestartet, aber so ist gleich richtig Würze drin. Und das liebe ich. Auch die Mannschaft kann es kaum erwarten. Nach der langen Vorbereitung ist jetzt endlich wieder Wettkampf angesagt.“

Am letzten Wochenende stand wettkampfmäßig zwar schon die erste Pokalrunde auf dem Programm. Aber der Einzug ins Achtelfinale war gegen unterklassige Mannschaften ein klares Muss und hat den Grün-Roten beim 31:17 gegen Lübeck-Schwartau und 35:18 gegen Hildesheim auch keine großen Probleme bereitet. Wiegert: „Diese Aufgabe ist die Mannschaft sehr, sehr professionell angegangen und war absolut fokussiert. Damit war ich sehr zufrieden. Jetzt hoffen wir darauf, bei der Auslosung am Mittwoch ein Heimspiel zu bekommen.“

Das wäre sicherlich ein zusätzlicher Schub für den Saisonstart. Wiegert: „Große Motivationsreden kann ich mir vor dem Spiel bei Melsungen sparen. Da weiß jeder von uns, um was es geht.“ Die letzten Duelle sind nicht lange her. Am letzten Spieltag der alten Saison und auch in der Saison-Vorbereitung standen sich beide Teams gegenüber. Beide Male gewannen die Magdeburger. Anfang Juni 33:31 um Punkte und vor gut zwei Wochen 30:28 im Finale des Sparkassen-Cups in Rotenburg.

Wiegert: „Eine Wundertüte ist Melsungen für uns also nicht. Sie haben ähnlich wie wir die Mannschaft nicht groß verändert. Wir sind also auf Augenhöhe. Deshalb gehe ich davon aus, dass Kleinigkeiten das Spiel entscheiden. Hoffentlich für uns. Das wäre ein richtig guter Start in die Saison.“

Denn die Aufgaben danach haben es in sich. Im ersten Heimspiel empfängt der SCM am 2. September zunächst DHfK Leipzig und muss zwei Tage später nach Wetzlar. Bei diesem Programm wäre es wichtig, die Belastung auf mehrere Schultern verteilen zu können.

Doch Michael Dam- gaard kann immer noch nicht voll trainieren und fällt auf unbestimmte Zeit aus. Da dürfte das Interesse an dem Mazedonier Filip Kuzmanovski möglicherweise mehr als nur ein Gerücht sein. Skopjes linker Rückraumspieler wird auf Wikipedia ab 2019 als SCM-Spieler vermeldet. Oder kommt der 22-Jährige aufgrund der Personalnot sogar schon früher?

Während Wiegert bei Marko Bezjak und Christian O‘Sullivan ein gutes Gefühl hat, dass beide in Melsungen wieder richtig fit sind, ist nun aber der Name Dario Quenstedt von Sorgenfalten eingerahmt. Der Torwart plagt sich mit einem Hexenschuss herum. Um sicherzugehen, dass es keine schlimmere Verletzung ist, unterzog sich der 28-Jährige gestern einer MRT-Untersuchung.

Geschäftsführer Marc-Henrik Schmedt: „Es ist zum Glück bei der Diagnose geblieben und er wird jetzt entsprechend behandelt. Aber ob es für Melsungen oder erst wieder für das Heimspiel gegen Leipzig reicht, ist noch nicht abzuschätzen. Das müssen die nächsten Tage zeigen.“ Beim SCM ist also Daumendrücken angesagt. Falls Quenstedt doch passen muss, würde Phil Döhler in den Kader rücken.

 

Mehr Infos zum SCM: www.volksstimme.de/scm