Berlin (dpa) - Gerade erst ist ein anderer animierter und recht süßer Feuerspucker in den Kinos gelandet: Der einst erstmals auf einem Album des Rocksängers Peter Maffay in Erscheinung getretene Tabaluga.

Während sich Tabaluga seit Nikolaus in den Lichtspielhäusern tummelt, stürzt sich nun der kleine Drache Kokosnuss unmittelbar nach Weihnachten ins Abenteuer. Das animierte Werk wartet unter anderem mit den Stimmen von Max von der Groeben, Carolin Kebekus und Dustin Semmelrogge auf. Es ist Kokosnuss’ zweites Leinwandabenteuer. Der erste Film mit dem putzigen, orangefarbenen Drachen von 2014 zog über eine Million Kinozuschauer an und wurde in mehr als 200 Länder und Territorien verkauft. Auch dieser Film basiert auf den, schon in mehr als 20 Sprachen übersetzten Kinderbüchern Ingo Siegners.

Kokosnuss kann sich kaum noch einkriegen vor Freude: Erstmals sollen die Fress- gemeinsam mit den Feuer-Drachen in ein Sommerlager reisen. Plätze für Stachelschweine sind an Bord des Schaufelraddampfers eigentlich keine vorgesehen. Matilda aber gehört nicht nur zu genau dieser Spezies, sondern auch zu den besten Freunden von Kokosnuss und Oskar, dem vegetarischen (!) Fressdrachen.

Also hecken die beiden einen Plan aus - Ferien ohne Matilda können sich die Drachenbuben schlichtweg nicht vorstellen. Matilda wird an Bord des Dampfers geschmuggelt, in der Hoffnung, der blinde Passagier möge unerkannt bleiben. Schließlich sind es denn auch Probleme und Herausforderungen ganz anderer Art, die auf Kokosnuss und den Rest der Crew warten: Nicht nur mit der enervierend-vorlauten Art der Feuerdrachen-Schwestern Ananas, Mango und Pampelmuse muss man zurechtkommen; bald schon gerät der Dampfer ins Stocken als plötzlich Wasserdrachen auftauchen, um Kokosnuss und Co. die Weiterfahrt zu verhageln.

Was bei Tabaluga die vermeintlich bösen und ach so kaltherzigen Eisländer, sind nun bei Kokosnuss, entstanden unter der Ägide von Regisseur Anthony Power, die Wasserdrachen: Beim ersten Zusammentreffen der unterschiedlichen Drachen-Arten versperren die Wasser- noch den anderen Drachen den Weg. Böse Blicke werden ausgetauscht. Der tapfere Kokosnuss indes macht bereits in diesem Moment einen ersten Schritt hin in Richtung Verständigung. Ganz ähnlich wie unlängst in Tabalugas Kinoabenteuer werden auch hier schließlich mehr die Gemeinsamkeiten betont als das Trennende.

Bei allen Animositäten müssen die ungleichen Drachen einsehen, dass sie nur gemeinsam eine Chance haben: und sei es gegen Fleisch fressende Pflanzen. Die gleichsam fotorealistisch anmutenden Leinwand-Bilder sorgen für eine nicht eben kleine Menge an Augenschmaus; die angenehme Erzählgeschwindigkeit des 80-minütigen Films harmoniert gut mit der nicht sonderlich aufdringlichen musikalischen Flankierung. Sprösslinge, die bereits mit Kokosnuss und seinen Freunden durch die in unzähligen Kinderzimmern herumfliegenden Bücher Ingo Siegners vertraut sind, werden sich schnell im Filmgeschehen zurechtfinden - und für das Gros der begleitenden Erwachsenen besteht auch kaum Einschlaf-Gefahr.

Der kleine Drache Kokosnuss - Auf in den Dschungel!, Deutschland 2018, 80 Min., FSK ab 0, von Anthony Power

Der kleine Drache Kokosnuss