Filmpreis 7 Tage, 17 Filme
Bevor der Deutsche Filmpreis am 27. Mai in Berlin vergeben wird, können Kinofreunde die nominierten Streifen in Magdeburg sehen.
Magdeburg l Als Countdown zur Preisverleihung wird seit Jahren schon in Berlin zu einem Festival geladen, zu dem alle nominierten Filme gezeigt werden und zu Gesprächen mit Filmemachern geladen und das nationale Filmschaffen reflektiert wird. Solche vertiefenden Gespräche mit Regisseuren und Schauspielern vor der Preisvergabe werden im Studiokino Magdeburg nicht geführt, dafür wird aber ein bemerkenswertes Festival geboten, das eine Gesamtschau der nominierten Spiel-, Dokumentar- und Kinderfilme bietet. Und das bereits zum fünften Mal.
Lola@Magdeburg startet am 4. Mai mit „Every Thing Will Be Fine“, einem Film, der nicht zu den nominierten in der Kategorie Bester Spielfilm gehört, aber wegen der prominenten Besetzung von Studiokino-Geschäftsführer Frank Salender als Eröffnungsfilm ausgewählt wurde. Wim Wenders führte in dem Drama über Schuld und Vergebung Regie, James Franco spielt den innerlich zerissenen Schriftsteller Tomas, der ein Kind angefahren hat, das daraufhin stirbt. Nominiert für die Lola ist die Musik von Alexan-dre Desplat.
17 Filme werden bis zum 11. Mai im Studiokino gezeigt, darunter „4 Könige“ (Regie Theresa von Eltz), „Er ist wieder da“ (R: David Wnendt), „Grüße aus Fukushima“ (R: Doris Dörrie), „Herbert“ (R: Thomas Stuber) und „Der Staat gegen Fritz Bauer“ (R: Lars Kraume). Sie alle sind in der Kategorie Bester Spielfilm nominiert.
Wie schon in den Jahren zuvor gibt das Festival zudem einen Überblick über die von der Deutschen Filmakademie ausgewählten Dokumentar- und Kinderfilme sowie jene Arbeiten, die in einzelnen Kategorien Chancen auf eine Lola haben. Darunter sind vier Filme, die von der Mitteldeutschen Medienförderung unterstützt wurden und zum Teil in Sachsen-Anhalt gedreht worden sind. „Herbert“ zum Beispiel, gleich fünfmal nominiert, entstand in Halle, die Neuverfilmung des Kinderbuchklassikers „Heidi“ wurde in Halberstadt und im Harz gedreht.
Welcher wird als Bester Spielfilm geehrt? Cineast Frank Salender, der mit seinen Tipps wie im vergangenen Jahr mit „Victoria“ schon oft richtig lag, will sich nicht festlegen. Spektakuläres wie diesen vielfach preisgekrönten Sebastian-Schipper-Film gebe es in diesem Jahr nicht, aber die Arbeiten würden allesamt die hohe Qualität des deutschen Films widerspiegeln, sagt Salender. Gute Chancen hätten „Der Staat gegen Fritz Bauer“ und „Er ist wieder da“. Die Literaturverfilmung von David Wnendt wird am 11. Mai das fünfte Magdeburger Lola-Festival beenden.