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Augustus in neuem Glanz "Braccio Nuovo" im Vatikan öffnet wieder

In jahrelanger Kleinstarbeit sind die imposanten Kaiserstatuen, die Bodenmosaike und das Kassettengewölbe restauriert worden. Jetzt öffnet der Korridor "Braccio Nuovo" in den Vatikanischen Museen wieder für Besucher.

19.12.2016, 16:01

Rom (dpa) - In den neuesten Reiseführern findet sich nicht viel über den "Braccio Nuovo" in den Vatikanischen Museen. Nach jahrelanger Restaurierung hinter verschlossener Tür öffnet die 68 Meter lange Galerie mit berühmten Statuen wie der von Augustus von Primaporta wieder für Besucher.

Der Flügel wurde vor knapp 200 Jahren gebaut und zählt zu den bedeutendsten Bauwerken klassizistischer Architektur in Rom.

Angestoßen wurde die Restaurierung vom Direktor der Vatikanischen Museen, Antonio Paolucci. Seit 2009 wurde gepinselt, geschabt, ausgebessert. Bis unter das Kassettengewölbe reichte das Gerüst, auf dem einige der insgesamt 80 Experten aus verschiedensten Fachbereichen arbeiteten. Neben Restauratoren waren etwa auch Archäologen, Chemiker, Architekten, Ingenieure und Kunsthistoriker beteiligt an der "gewaltigen Arbeit", wie einer der Koordinatoren, Guy Devreux, es bei der Vorbesichtigung am Montag in Rom nannte.

Der Korridor ist Teil des Chiaramonti Museums und beheimatet zahlreiche Statuen aus der Antike. Die überdimensional Großen - unter ihnen Imperatoren und Götter, aber auch Kopien berühmter griechischer Statuen - stehen in 28 Nischen. Zu den wichtigsten Statuen gehört die Darstellung von Kaiser Augustus als erfolgreicher Feldherr mit Brustpanzer, bekannt als Augustus von Primaporta. In der kreisförmigen Mitte steht die kolossale Statue des Gottes Nil. Den Fußboden zieren neben farbigem Marmor auch schwarz-weiße römische Mosaike, die griechische Sagen aufgreifen.

Papst Pius VII. war es, der den römischen Architekten Raffaele Stern mit dem Bau des "Braccio Nuovo" beauftragte. Eingeweiht wurde der Flügel nach Museumsangaben im Februar 1822. Die Aufbesserung der Architektur des Gebäudes mit seinen Marmorsäulen und Stuckfriesen kostete 1,6 Millionen Euro, wie Kuratorin Mircol Forti berichtete. 700 000 Euro wurden in die Restaurierung der rund 140 Statuen investiert.

Vatikanische Museen zum Braccio Nuovo