Geschichtliche Parallelen "Crash" - Lee Bul erstmals in Deutschland
Von Dokumentationen der frühen Performances über utopisch inspirierte Skulpturen bis zu verwunschenen Spiegellandschaften: Die koreanische Künstlerin stellt sich in Berlin mit einer großen Werkschau vor.

Berlin (dpa) - Weltweit hatte sie schon große Ausstellungen, in Deutschland war die koreanische Künstlerin Lee Bul noch nie zu sehen. Unter dem Titel "Crash" stellt der Berliner Martin-Gropius-Bau die 54-Jährige jetzt erstmals in einer umfassenden Werkschau vor. Es ist zugleich die erste von der neuen Museumsdirektorin Stephanie Rosenthal kuratierte Ausstellung.
"Neben der sinnlichen Erfahrbarkeit und dem Humor ihrer Werke sind Lee Buls Arbeiten auch von ihren persönlichen Erfahrungen und subtilen Anspielungen auf die Geschichte und Politik Koreas geprägt", sagte Rosenthal am Freitag vor der Eröffnung. Gerade in der lange geteilten Stadt Berlin mache die Schau auch die Parallelen zwischen der deutschen und der koreanischen Geschichte deutlich.
Die Ausstellung zeigt die ganze Bandbreite des Werks - von Dokumentationen der frühen Performances über utopisch inspirierte Skulpturen bis zu verwunschenen Spiegellandschaften. Besonders eindrucksvoll sind der große silberne Zeppelin, der durch den Lichthof schwebt, und das Kerzenmeer auf einem mit Spiegeln ausgelegten Boden.
Rosenthal, früher an der Hayward Gallery in London, hat für die Ausstellung die lange verhängten riesigen Fenster des Gropius-Baus öffnen lassen, die Wände sind fast gleißend weiß gestrichen. Das gibt Lee Buls außergewöhnlichen Materialien wie Perlmutt, Kristallen, Leder oder Samt ein besonderes Licht.
"Meine Arbeiten sind wie Reisen an einen anderen Ort", schreibt die Künstlerin in einem Bildtext. "Ich möchte das Gefühl vermitteln, man bewege sich durch die Zeit, durch verschiedene Epochen."
