Start für Kalimandscharo-Festspiele Ein Familienstreit auf dem Salzberg
Zielitz. Zum 11. Mal hat das Zielitzer Holzhaustheater seine Bühne auf dem Salzberg aufgeschlagen – in der fast unwirklich wirkenden Landschaft auf der Abraumhalde des Zielitzer Kaliwerkes.
Seit vielen Jahren ist sie auch eine Uraufführungsbühne, denn die Theaterchefin, Schauspielerin und Regisseurin Sigrid Vorpahl ist auch Theaterautorin. Sie schreibt für ihre Theatermannschaft, eine aus Schauspielprofis und zahlreichen, außerordentlich versierten Amateurschauspielern zusammengesetzte Gruppe. Am Freitag hatte die Komödie "Eine Frau für meinen Mann" Premiere. Die Besucher auf dem Kaliberg wurden Zeugen eines Rosenkrieges, der mit feinen Unverschämtheiten gespickt war, mit Eifersucht und amüsanten Ideen.
Alles spielt in der Wohnung der Familie Herzlich. Monique Driechciarz spielt die Tochter Gerda – mit ihrem Bruder Kai (Martin Günther) und David, dem Freund der Familie, (Stefan Gehring) versucht sie, den Familienfrieden aufrecht zu erhalten. Es ist nämlich der 20. Hochzeitstag der Eltern und nun soll Vater Robert auf die Sprünge geholfen werden, damit dieser wenigstens im Jubiläumsjahr den Feiertag nicht vergisst.
Robert Herzlich (Wolfram Brinck) hat die Familie wegen seines Hobbys ruiniert. Er ahnt nichts von seinem bevorstehenden Auftritt, wird Minuten vor der Ankunft seiner "Eheliebsten" in den Anzug gesteckt und mit Blumenstrauß und Geschenk ausgestattet. Für Kaffeetafel und Festgäste wurde auch gesorgt, und die beiden jugendlichen Kinder hoffen, die kriselnde Ehe ihrer Eltern wieder zu kitten.
Sigrid Vorpahl hat eine klassische Familienfeier erfunden, auf der alles gründlich schief geht. Die Mutter Juliane Herzlich (Maria Wendt) ist angesichts der unerwarteten Feierlichkeiten misstrauisch. Als wunderbar polterige Schwiegereltern agieren Bernd Vorpahl als Opa Justus und Bastienne Schröter als Oma Helene. Alle erwarten ein fröhliches Fest, aber der Streit bricht offen aus.
Dazu geben im Stück die sehr unterschiedlichen Erinnerungen der Eheleute an den Heiratsantrag vor 20 Jahren im Magdeburger Zoo den Anlass. Die wurden von den Kindern vorgespielt, die sehr schön die romantische Verklärung des Vaters und die pragmatische Sicht der Mutter auf den Anfang zeigten, ein erster Höhepunkt des Stücks, aus dem bald der Ehestreit eskaliert, der in Scheidungsversprechen und Grenzziehung im Hause gipfelt.
Viele komödiantische Verwirrungen
Diese behindert vor allem Juliane, die in der heimischen Wohnung eine Partneragentur betreibt. Plötzlich steht sie vor der Aufgabe, eine Frau für ihren Mann zu finden.
Unter ihren Kunden ist auch Kurt Klammer, den der Kabarettist Udo Kleinfeld spielt. Außerdem erscheinen beim ersten Tanzdating der Agentur der Eventmanager Carlo Moreno alias Ekkehard Schwarz, die schnell alkoholisierte Sophia (köstlich die Magdeburger Tänzerin Margrit Tenner) und die jugendliche Jenny (Corinna Günther).
Alle sind echte Typen, die sich wechselseitig missverstehen und als falsche Paare finden. Hier gelingt dem Stück echte komödiantische Verwirrung und Verirrung mit Liebesschwüren und Eifersüchten.
Alle Mitwirkenden, Amateure wie Profis, spielen mit großer Überzeugungskraft und feinem Sinn für die zahlreichen amüsant-geistreichen Anspielungen, die das kleine Stück zum wunderbaren Theatererlebnis werden lassen. Nächste Vorstellung am 2. Juli um 19 Uhr.