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Köln gibt Kokoschka-Bild an Erben zurück

18.06.2013, 01:17

Köln/Magdeburg (dpa) l Ende eines jahrelangen Raubkunst-Streits: Die Stadt Köln gibt noch in dieser Woche ein wertvolles Gemälde des österreichischen Malers Oskar Kokoschka an die Erben des jüdischen Kunsthändlers Alfred Flechtheim zurück.

Das Gemälde "Portrait Tilla Durieux", dessen Wert auf rund drei Millionen Euro geschätzt wird, befindet sich seit vielen Jahren im Museum Ludwig. Ein Angebot zum Rückkauf des Bildes sei von den Erben abgelehnt worden, teilte das Museum mit.

Die Stadt folgt mit der Rückgabe der Empfehlung der beratenden Kommission zur NS-Raubkunst in Magdeburg. Mehr als vier Jahre hatte es Streit um das Bild gegeben. Die Rückgabe an die Flechtheim-Erben sei definitiv, sagte deren Anwalt Markus Stötzel.

Erben fordern nun weitere Bilder zurück

Der Direktor des Museums Ludwig, Philipp Kaiser, erklärte: "Selbstverständlich respektieren wir den Willen der Erbengemeinschaft, auch wenn wir es sehr bedauern, uns von solch einem wichtigen Werk unserer Sammlung zu trennen." Das Kokoschka-Bild gehörte seit der Gründung des Museums Mitte der 70er Jahre zur Dauerpräsentation des Hauses.

Das 1910 entstandene Gemälde hatte der Kölner Sammler Josef Haubrich 1934 bei Flechtheims früherem Geschäftsführer Alexander Vömel gekauft. 1946 überließ es Haubrich seiner Heimatstadt Köln. Die Flechtheim-Erben fordern nun auch die Rückgabe weiterer Werke, die ebenfalls Teil der Sammlung Haubrich gewesen seien.