Großformatige Bilder in zumeist kräftiger Farbigkeit hat Annedore Policek für die Jahresabschlusspräsentation "Malerei - Grafik - Objekt" in der Magdeburger Galerie "Himmelreich" ausgewählt. Sie erweist sich zugleich als eine Hommage an den 75. Geburtstag der Künstlerin, die lange Zeit in Magdeburg lebte und arbeitete. Die Ausstellung, die noch bis zum 4. Januar zu sehen ist, lässt den Rückblick auf das Schaffen nur begrenzt zu.

Von Klaus-Peter Voigt

Magdeburg. Fast alle Arbeiten entstanden in der jüngsten Vergangenheit und zeugen damit für den ungestillten Willen, sich auszudrücken, die eigenen Sichten weiterzugeben.

An Kraft fehlt es keinem der Blätter und Objekte. Annedore Policek greift in ihrer Abstraktionsfreude stets auf klare Formen und Strukturen zurück. Selten verlässt sie wie beim "Harlekin im Grünen" diese für sie prägende Darstellungsweise, die nicht selten an Patchwork oder puzzleartige Umsetzungen erinnert und in der sie sich dem Harlekin-Thema schon 1996 widmete. Dieser ganz auf die Fläche setzende Stil mag seine Ursachen in der gradlinigen Ausbildung haben. Die Künstlerin absolvierte Anfang der 1950er Jahre in Halberstadt - dort wohnt sie heute wieder - eine Lehre als Schriftenmaler, studierte später an der Magdeburger Fachschule für angewandte Kunst und danach Wandmalerei an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden.

Arbeiten im öffentlichen Raum haben die Zeit überstanden. In Magdeburg am Hochhaus in der Jakobstraße findet sich eine Wandgestaltung, unverändert und gut erhalten. Im Stadtteil Neustädter See steht der Märchenbrunnen, den sie 1982 gemeinsam mit ihrem Mann Wolfgang schuf. Für ihn gab es vor knapp sechs Jahren glücklicherweise eine "Generalüberholung". In der Himmelreich-Schau ist auch ein dreidimensionales Objekt zu sehen.

Kräftiges Blau zieht die Aufmerksamkeit auf sich. "Gefundenes" wird in einheitlicher Farbe zum Sammelsurium von Puppenteilen, Zeichengeräten, Halmafiguren und Drahtgeflecht. Zwischen 1989 und 2005 trug die Künstlerin das Material zusammen, um daraus einen Rückblick zu gestalten - möglicherweise - auf Jahre der Veränderung, des Umbruchs und des Wandels.

Dinge und Personen erzählen

Acrylbilder knüpfen an die eigentliche Profession Wandgestaltung an. Beispielsweise die "Silbertaler" verdeutlichen das. Eine Reihe von Leinwänden lassen die Vorliebe für großflächige Ausdrucksweisen deutlich werden.

Dann das "Blatt" in Mischtechnik, der dreiteilige Hintergrund betont das Motiv, das sich in schlichter Abstraktion einfügt, die Blicke auf sich lenkt. Policek wechselt in gewisser Weise ihre Formensprache, bleibt aber fast ausschließlich der Fläche verhaftet. Sie entwickelt ihre eigene Welt, lässt Dinge und Personen erzählen, sich darstellen. Dabei beherrscht sie die Klaviatur der üppigen Flächigkeit bis hin zur zarten Zeichnung.

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