Spatenstich für neues Bauhaus-Museum am Ursprungsort
1919 gründete Walter Gropius in Weimar das Staatliche Bauhaus. Es wurde die bedeutendste künstlerische Reformschule des 20. Jahrhunderts. 100 Jahre später soll davon ein Museum zeugen.
Weimar (dpa) - Es hat um Jahre länger gedauert als ursprünglich geplant. An diesem Dienstag (10. November) soll nun endlich der symbolische erste Spatenstich für das neue Bauhaus-Museum in Weimar gesetzt werden. Im Frühjahr könnte der Grundstein gelegt werden. Ursprünglich sollte der Bau schon dieses Jahr eröffnet werden.
Das 22,6 Millionen Euro teure Projekt soll nach Angaben der Klassik Stiftung Weimar im Spätherbst 2018 - und damit noch rechtzeitig vor dem 100. Jubiläum - eröffnet werden. Ich bin optimistisch, dass wir das rechtzeitig und im Kostenrahmen schaffen, sagt der Generaldirektor der Museen der Klassik Stiftung, Wolfgang Holler.
1919 hatte der Architekt Walter Gropius in Weimar zusammen mit zeitgenössischen Künstlern das Staatliche Bauhaus gegründet. Es sollte die wichtigste Design- und Kunstschule des 20. Jahrhunderts werden. Bis 1925 war es in Weimar, dann wurde es durch reaktionäre Kräfte aus der Stadt vertrieben und zog nach Dessau, von dort bis zum endgültigen Verbot nach Berlin.
Die Ideen des Bauhauses waren jedoch weltweit nicht zu stoppen. Und so entstehen an allen drei Standorten in den nächsten Jahren neue Museen, die diese Geschichte dokumentierten. In Berlin ist für 56,2 Millionen Euro bis 2021 ein Gebäude für die weltweit größte Bauhaus-Sammlung geplant. In Dessau soll bereits bis zum Jubiläum 2019 ein neues Museum im Stadtpark entstehen.
In Weimar wird das neue Haus das 1995 eröffnete Provisorium im Stadtzentrum ersetzen, wo gerade mal auf 200 Quadratmetern die Anfangszeit des Bauhauses gezeigt werden kann. Das neue Museum wird auf 2500 Quadratmetern Ausstellungsfläche die experimentelle und pluralistische Anfangszeit des Bauhauses und die Aufbruchstimmung der Bauhäusler repräsentieren, schildert Holler. Der Entwurf für das Museum stammt von der Berliner Architektin Heike Hanada.