Burg l Von Ost nach West zieht sich die Bundesautobahn 2 wie eine Hauptschlagader fast mittig durch das Jerichower Land. Damit sorgt sie für schnelles und reibungloses Vorankommen – normalerweise. Doch seit Ende Mai mit Sanierungsarbeiten der Asphaltdecke begonnen wurde, stockt es auf der Fahrbahnseite von Burg nach Magdeburg gewaltig.

„Ich versuche allmorgendlich von Burg nach Magdeburg zu gelangen. Aufgrund der derzeitigen Baustellensituation ist das nur innerhalb von etwa eineinhalb bis zu zwei Stunden oder mehr möglich“, teilte beispielsweise der Burger André Müller vor rund einem Monat in einem Leserbrief mit. „Auf der B 1 staut sich der Verkehr bis Möser zurück, auf der A 2 bis Burg Zentrum – Burg Ost. Es ist unerträglich, hier pünktlich zur Arbeit zu gelangen. Auch ein Umweg über Niegripp geht nicht, da die Auffahrt Lostau ebenfalls gesperrt ist, es also keine weitere Möglichkeit der Umfahrung gibt“, konkretisierte er die Verkehrssituation.

Anschlussstelle wieder befahrbar

Immerhin die Anschlussstelle Lostau/Hohenwarthe ist seit Freitag, 19. Juli, wieder befahrbar; fünf Tage später als zunächst geplant. „Die wenigen Tage Verzögerung haben sich ergeben, weil zwei Bauabschnitte der Fahrbahnsanierung, nun fünf Kilometer lang, zusammengelegt werden konnten“, sagt Andreas Tempelhof, Pressereferent des Verkehrsministeriums des Landes Sachsen-Anhalt. Durch die Zusammenlegung könne die gesamte Baumaßnahme beschleunigt werden, die im November abgeschlossen werden soll.

Dabei handelt es sich nach Angaben des Ministeriums um die ersten Sanierungsarbeiten, seitdem dieser Streckenabschnitt im Jahr 1997 auf sechs Fahrstreifen ausgebaut wurde. Die Kosten dafür belaufen sich auf etwa 3,5 Millionen Euro. „Bei der jetzigen Sanierung kommt Gussasphalt zum Einsatz. Der hat den Vorteil, dass er sehr beständig ist und schnell auskühlt“, erklärt Andreas Tempelhof. Wie lange er halten wird, hänge jedoch von der zunehmenden Belastung der Fahrbahn ab.

Hohe Belastung der Fahrbahn

Und die ist bereits jetzt sehr hoch, ist die A 2 doch die wichtigste Verbindung zwischen Berlin und dem Ruhrgebiet und auf europäischer Ebene zwischen den Häfen Belgiens und den Niederlanden und den osteuropäischen Ländern.

Eine Zählung im Auftrag des Verkehrsministeriums ergab, dass täglich durchschnittlich 65.723 Fahrzeuge, davon 14.716 Lkw, den Streckenabschnitt zwischen Burg und Magdeburg passieren. „Die Fachleute rechnen trotzdem mit einer Standzeit der neuen Fahrbahndecke von mindestens 15 Jahren“, so Andreas Tempelhof.

Bisher 11 Auffahrunfälle

Eine Problematik, die sich an allen Autobahnbaustellen bemerkbar macht, trifft auch auf die A 2 zu: eine erhöhte Unfallrate. Elf, zumeist Auffahrunfälle habe es seit Beginn der Bauarbeiten am Staubeginn gegeben. Dabei gab es drei Leichtverletzte. In der Baustelle selbst waren es sechs Unfälle, bei denen es jedoch nur zu Blechschäden gekommen ist. Das teilt Doreen Günther mit. Die Pressesprecherin der Autobahnpolizei Börde, die für diesen Streckenabschnitt verantwortlich ist, nennt als Hauptgrund Probleme mit dem Reißverschlussverfahren. „Die Fahrer sind verpflichtet, bis nach vorn zu fahren und sich dann abwechselnd einzufädeln.“ Weil dies häufig missachtet werde, komme es zu den benannten Unfällen.

Die Pressesprecherin kritisiert auch, dass in der Baustelle die Höchstgeschwindigkeit von 60 Kilometern pro Stunde von vielen Fahrern nicht eingehalten wird. Sechs Mal sei deshalb bislang auf dieser Strecke geblitzt worden. Der Spitzenreiter wurde dabei vor zwei Wochen mit 125 Kilometern pro Stunde erwischt. Ihm drohen zwei Monate Fahrverbot und eine Geldstrafe von 440 Euro.