Burg l Was bitteschön ist ein Mumool? Diese Frage wird am Stand der Integrationsklassen heiß diskutiert. Sieht aus wie ein rundes Stückchen vom Weihnachtsstollen. „Und schmeckt fantastisch“, sagt Virginia Hoffmann. Sie hat mit ihrem Kollegen Sebastian Butz und vielen Schülern einen sehr interessanten und vor allem internationalen Infostand zusammengestellt.

Schülerlotsen helfen

Die Besucher erfahren an einer Tafel alles über die Heimatländer der Integrationsschüler zwischen Syrien und Äthiopien. Zwischendurch gibt es einige Häppchen zur Völkerverständigung. Isabell Sibtner (17) und Michelle Euler (18) testen je einen Becher Mohlayal, den ihnen Abdikarim Yusuf reicht: „Schmeckt wie Vanillepudding“, meint Isabell. Sie ist eine von 160 Schülerlotsen, die die Besucher der Berufsorientierungsmesse durch das Haus führen. Der Syrer Abdikarim Yusuf ist seit 15 Monaten in Deutschland, besucht seit einem Jahr die Burger Berufsschule: „Ich möchte später in der Restaurant- oder Hotelbranche arbeiten“, erzählt der 17-Jährige in erstaunlich gutem Deutsch.

Seit dem Jahr 2000 veranstaltet die Conrad-Tack-Berufsschule diese Berufsmesse. „In den ersten Jahren fand sie noch sonnabends mit 300 Schülern und ihren Eltern statt“, erinnert sich Schulleiter Stefan Bruns. Sein Stellvertreter Marco Dominé hat vor acht Jahren das Konzept geändert: „Wir haben die Veranstaltung auf den Mittwochvormittag gelegt und die Sekundarschulen und Gymnasien des Landkreises eingeladen“, sagt Dominé zur Volksstimme. Ergebnis: Jetzt kommen 700 junge Leute aus den Schulen der Region. Dominé: „Hinzu kommen noch viele Schüler aus unserem Haus, die sich über die anderen Fachrichtungen informieren.“

Bilder

Auf der Messe in dem riesigen Haus für 1400 Schüler präsentierten sich in den Klassenräumen knapp 50 Unternehmen und Institutionen von A wie Aldi und Agrarfrost bis Z wie Zehm-Gebäudereinigung. Zudem gaben die Fachschaften der Berufsschule einen kleinen Einblick in ihren Alltag. Zum Beispiel Anna Müller (16) aus Parey, die Vanessa Menzel eine Handmassage angedeihen ließ. Beide gehören zur Klasse von Jacqueline Grabenburg, die mit ihren Kollegen insgesamt sechs Klassen durch das Berufsvorbereitende Jahr (BVJ) bringt. Die Schüler beschäftigen sich mit Körperpflege und Hauswirtschaft, die Jungs sind auch in den Bereichen Bau und Holz unterwegs: „Wir erklären den Besuchern, worauf es im BVJ ankommt“, erzählt Vanessa.

Theorie und Praxis

Auch Landrat Steffen Burchhardt absolvierte einen Messerundgang. Sein Fazit: „Hier gibt es ein komplettes Bild der Ausbildungsmöglichkeiten in Theorie und Praxis. Wir sehen ja, dass diese Veranstaltung bei den Firmen einen hohen Anklang findet.“

Spannend ging es zu in einer Klasse der Einzelhandels-Kaufleute, die ihren Beruf drei Jahre lang lernen: „Die Schüler erstellen einen Aufgabenkomplex für eine imaginäre Abschlussprüfung“, sagt Lehrer Steffen Dühring. Die Schüler nähern sich der echten Prüfung Ende April quasi von der anderen Seite. Zwei Räume weiter werben Kathrin Kowalewski und Azubi Ibrahim Alek für eine Ausbildung im Pareyer Erlebnisdorf: „Mit schwimmendem Seehotel, Strandhaus oder Mühlenfloss ist unser Berufsalltag abwechslungsreich und spannend“, sagt Kathrin Kowalewski, die vor 17 Jahren der erste Lehrling von Unternehmer Björn Thomas war, und heute ihre Arbeit als Führungskraft macht.

Ach ja, Mumool: Das kleine syrische Backwerk aus Mehl, Zucker und Pistazien. Der große Vorrat war alsbald vernascht.