Burg l So viel Bewegung wie in diesen Tagen hat es in der Burger Stadthalle schon seit Wochen und Monaten nicht mehr gegeben. Dort entsteht das Impfzentrum und wie Thomas Barz, Leiter des Corona-Krisenstabes des Landkreises, sagte, „alles im Zeitraffer“, um vorbereitet zu sein, wenn die ersten Impfdosen das Jerichower Land erreichen. Wann genau das sein wird, steht allerdings noch nicht fest. Der für die Lagerung des Impfstoffes bei Temperaturen zwischen minus 70 und 80 Grad Celsius notwendige Ultra-Kühlschrank ist vom Land für den 28. Dezember angekündigt worden. Dann werde das Impfzentrum auch schon startklar sein, kündigte Barz an.

Bis dahin wird sich im Inneren der Stadthalle eine Menge tun. Und auch davor, denn dort wird ein großes Zelt aufgebaut, durch das die Menschen erst einmal geleitet werden. „Man denkt bei der Impfung immer nur an die Spritze, aber den größten Aufwand nimmt die Aufklärung in Anspruch“, sagte Barz. So werde es dort die Möglichkeit geben, sich die Impfung erklären zu lassen und Fragen zu stellen. In den kommenden Tagen soll über den Landkreis auch Informationsmaterial verteilt werden, zudem wird es einen Kurzfilm im Internet geben. Außerdem muss vor der Impfung auch noch die Registrierung und Anamnese erfolgen, also die Aufnahme der Krankengeschichte.

60 Impfungen in einer Stunde

In der Stadthalle ist gestern ein PVC-Belag auf dem Parkett verlegt worden. Einerseits, um den Boden zu schützen, andererseits aus hygienischen Gründen. Mehrere Impfstraßen sollen durch den großen Saal laufen. „Damit können wir 60 Impfungen in der Stunde schaffen“, kalkulierte Barz. Nach der Spritze müssen die Geimpften eine halbe Stunde ausruhen. Dafür wird ein Zelt im Innenhof der Stadthalle aufgebaut, in das auch Feldbetten gestellt werden.

Die Stadthalle wird aber in den ersten Wochen nicht Schauplatz des Impfgeschehens seien. Zunächst würden die mobilen Teams Menschen in Altenpflegeeinrichtungen im Landkreis impfen. Zu einem mobilen Team gehören ein Arzt, eine Krankenschwester sowie ein Verwaltungsmitarbeiter, der das Impfen dokumentiert, sowie ein Fahrer. Zwei Teams werden zunächst im Jerichower Land unterwegs sein. Zudem werde überlegt, ein Aufklärungsteam vorwegzuschicken, um die Impfung schon im Vorfeld zu erklären und die älteren Menschen nicht unter Zeitdruck zu setzen.

Wieviele Impfdosen zunächst geliefert werden, ist unklar, die ursprünglichen Zahlenangaben seien zurückgenommen worden. „Jetzt sieht es so aus, als hätten wir anfangs noch nicht genug für die Prioritätengruppe 1“, sagte Barz. Dazu gehören die Bewohner der Pflegeheime und die Mitarbeiter. In den 27 Einrichtungen des Landkreises sind dies 2000 Menschen. Da zweimal geimpft werden muss, sind allein für sie 4000 Dosen notwendig. Zur ersten Gruppe gehören außerdem alle weiteren Einwohner ab 80 Jahren sowie das medizinische Personal in Krankenhäusern, vor allem Intensivstationen. Derzeit werde zwischen Land und Krankenhäusern noch verhandelt, in welcher Reihenfolge die Prioritätengruppe 1 geimpft werden soll. Die Argumentation des Landes sei, mit den geimpften Pflegeheimbewohner auch die Krankenhäuser zu entlasten.

Unverzichtbarer Bestandteil des Impfzentrums ist ein Sicherheitskonzept. „Wir müssen den Impfstoff vor Kriminellen schützen“, sagte Barz. Daher werde es eine Videoüberwachung ebenso geben wie einen Wachdienst. Auch die Polizei werde dann vermehrt Streife im Bereich der Stadthalle fahren.