Parchau l Christa Schütze erzählt von ihrem ersten Treffen mit Kuno, als sei es gestern gewesen: „Mit dem Sportverein haben wir eine Dampferfahrt gemacht. In einem kleinen Ort, in dem wir Pause machten, habe ich ihn mir geschnappt“, erzählt sie vergnügt.

Das war im August 1952. Christa Peters war damals 17, Kuno Schütze 21 Jahre jung. Nur vier Monate später verlobten sich die beiden.

Verlobung, Hochzeit, Kind

Die Verlobungsanzeige, die in der Volksstimme erschienen ist, haben die beiden sicher aufbewahrt. Sie ist nur wenige Zentimeter hoch. Der Text lautet: „Wir haben uns verlobt“. Kurz und knapp. „Wir hatten nicht mehr Geld und damit ist alles gesagt“, erklärt Christa Schütze.

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Im April 1953 feierten die Schützes Hochzeit. Natürlich in Parchau, denn Christa Schütze ist gebürtige Parchauerin. Zum Glück galt zu dieser Zeit die Volljährigkeit ab 18, statt wie zuvor mit 21 Jahren. So konnte sie niemand an ihrem Vorhaben hindern – das sie bis heute nicht bereut hätten, so Kuno Schütze.

Im August 1953, nur wenige Monate nach der Hochzeit, kam ihr erster Sohn zur Welt, es folgten drei weitere sowie ein Mädchen. Mittlerweile haben Schützes zwölf Enkelkinder und zwölf Urenkel. Eine große Familie, die immer den Mittelpunkt von Christas und Kunos Leben bildete, wie beide sagen. „Wir haben immer alles schnell gemacht, so sind wir eben“, erklärt Christa Schütze.

Noch immer wohnen sie und 20 weitere Familienmitglieder in Parchau. Die Feiern – zum Geburtstag oder etwa zu goldenen Hochzeit vor 15 Jahren – fallen entsprechend groß aus. Dann vermag nur das örtliche Feuerwehrhaus genügend Platz zu bieten. Dieses zu mieten, ist kein Problem, denn Kuno Schütze ist Ehrenmitglied der Freiwilligen Feuerwehr Parchau, seit 52 Jahren Kamerad.

40 Jahre Volkssolidarität

Fast 40 Jahre lang, bis 2011, hat sich Christa Schütze als Vorsitzende in der Volkssolidarität engagiert. Zum wöchentlichen Skatspielen besuchte auch Kuno die Volkssolidarität. Nebenbei kümmerten sich Christa und Kuno Schütze um das vier Hektar große Grundstücke, das Christa von ihrem Vater geerbt hat. Heute pflegen die beiden ihren Garten, direkt hinter dem Haus.

Dort verbringen beide gerne ihre Freizeit. Die Aufgabenverteilung sieht wie folgt aus: Sie kümmert sich um die Blumen, er mäht den Rasen und pflanzt das Gemüse. „Viel von dem Gemüse, was wir essen, stammt aus unserem Garten“, erzählt Kuno Schütze. „Wenn ich ihn suche, ist er meist im Garten“, verrät Christa Schütze. Ihre Leidenschaft sei das Backen. „Heute habe ich eine neue Torte ausprobiert, aber sie ist misslungen“, gesteht Christa Schütze. „Ich muss noch üben, damit sie am Samstag gelingt.“

Große Feier zur Eisernen

Zur eisernen Hochzeit sind viele Nachbarn und Freunde erschienen, um dem Paar zu gratulieren. Am Sonnabend soll die große Familienfeiern in Elbe-Parey folgen – mit einer gemeinsamen Floßfahrt. „So viele Leute hätten wir bei uns im Haus gar nicht unterbekommen“, sagt Kuno Schütze.

Erst hätten beide überlegt, ihre eiseren Hochzeit gar nicht zu feiern, erzählt Christa Schütze. „Man weiß ja nie, wie lange es noch so geht und so kommt nochmal die ganze Familie zusammen“, erklärt Christa Schütze und lächelt.