Zahlreiche Baumaßnahmen Millionen Euro fließen in Schulen im Jerichower Land
Der Neubau der Förderschule in Genthin ist mit rund elf Millionen Euro das teuerste Schulbauprojekt im Jerichower Land. Gebaut wird allerdings auch an vielen anderen Schulen im Kreisgebiet.

Burg./Genthin. - Der Haushalt des Landkreises ist wegen der Schuldensituation stark eingeschränkt. Knapp fünf Millionen Euro sollen dennoch in diesem Jahr für Baumaßnahmen ausgegeben werden. Den größten Posten nehmen dabei die Schulen im Jerichower Land ein. Eine Maßnahme sticht besonders hervor.
Die Förderschule Lindenschule platz aus allen Nähten. Ursprünglich für 100 Schüler gebaut, erreichte die Schule fast das Eineinhalbfache. So hat der Kreistag bereits vor gut fünf Jahren den Grundsatzbeschluss gefasst, einen Neubau in Genthin zu errichten. In diesem Jahr wird endlich gebaut.
Denkmalschutz muss beachtet werden
Derzeit wird noch der Bauantrag fertiggestellt, im nächsten Quartal werden dann die Bauleistungen ausgeschrieben. „Baubeginn ist für das vierte Quartal dieses Jahres geplant“, so Beigeordneter Stefan Dreßler gegenüber der Volksstimme. Mit insgesamt rund elf Millionen Euro ist das Bauprojekt veranschlagt. Rund 2,6 Millionen Euro sollen dafür aus dem Bundesprogramm Richtlinie Ganztagesbetreuung fließen.
Die neue Schule entsteht in der Fabrikstraße auf einer Liegenschaft des Landkreises, wo vorher eine Krankenpflegeschule untergebracht war. Herausfordernd für die Planer war, dass das Grundstück direkt an den Volkspark angrenzt, mit dem Park unter Denkmalschutz steht.

Das bedeutet hohe Anforderungen an den Neubau ebenso wie die Integration in das und die Bewahrung des kulturhistorischen Ensembles, das mit bauzeitlichen Hinterlassenschaften wie der Kugelsonnenuhr, dem Springbrunnen und historischen Wegebefestigungen weit in das Baugrundstück hineinreicht. 60 Kinder sollen in dem Gebäude unterrichtet werden, das bis Ende des kommenden Jahres fertiggestellt werden soll.
Brandschutz am Roland-Gymnasium
Auch die Lindenschule und die ebenfalls in Burg gelegene Förderschule Theodor Neumann profitieren von dem Haushalt, wenn auch in wesentlich kleinerem Rahmen. Für die Sanierung und Erweiterung des Hofs der Lindenschule werden 21.000 Euro ausgegeben, vor allem sind defekte Sitzflächen zu erneuern. Für die Verschattung von Schulhofflächen gibt der Landkreis 51.000 Euro aus.
Um den Brandschutz geht es am Burger Roland-Gymnasium. Mit den Brandschutzmaßnahmen in Haus 1 und dem Bau eines zweiten Rettungsweges in Haus 4 werden die gesetzlichen Vorgaben eines Brandschutzkonzeptes aus dem Jahr 2024 umgesetzt. Sie sollen im kommenden Jahr abgeschlossen sein. Insgesamt lässt sich das der Landkreis rund 600.000 Euro kosten.
Diesterwegschule wird barrierefrei
Rund zwei Millionen Euro kostet die Erneuerung und barrierefreie Umgestaltung der Diesterweg-Sekundarschule in Burg. Dabei ist für dieses Jahr zunächst nur die Planung der eigentlichen Maßnahmen ab dem kommenden Jahr bis 2029 vorgesehen.
Geplant ist die Errichtung eines Aufzugs, Sanitäranlagen sollen saniert, neue Teile eingebaut werden. Aus dem Sportraum wird eine Mensa und Mehrzweckraum, zudem werden zwei große Unterrichtsräume geschaffen. Nachdem der Antrag auf Geld aus dem Förderprogramm „Schul(frei)räume“ 2025 abgelehnt wurde, können nun Gelder aus dem Sondervermögen verwandt werden.
Umfangreiche Maßnahmen bei „Conrad Tack“
Das Startchancenprogramm, das eine Förderung von 80 Prozent bedeutet, ermöglicht umfangreiche Umbau-, Erweiterungs- und Modernisierungsmaßnahmen für rund 450.000 Euro an den Berufsbildenden Schulen „Conrad Tack“ in der Kreisstadt. Mit den Maßnahmen soll eine zeitgemäße, förderliche Lernumgebung durch eine moderne, klimagerechte und barrierefreie Infrastruktur mit hoher Aufenthaltsqualität geschaffen werden. Noch sind die Planungen nicht abgeschlossen.
Konkret ist hingegen die Sanierung des Daches der Berufsschule, auf dem dann auch noch bis zum kommenden Jahr eine Solaranlage montiert werden soll. Dafür schlagen rund 600.000 Euro zu Buche.