Burg l Sie heißen Beate, Sieglinde, Inge, Karla, Birgit, Bella, Esmeralda, Henriette, Waltraud, Wilma, Anna, Knüppelkuh und Brigitte und sind den ganzen Tag am gackern und klönen. Wilfried – ein stolzer Hahn mit hübschen Kopf – wacht zwar über den aufgeregten Hühnerhaufen, doch irgendwann ist auch die Geduld des imposantesten Clanführers einmal ausgeschöpft.

Karl Böttcher hat es nicht immer leicht mit seiner ganzen Vogelschar. Trotzdem möchte er keines seiner Hühner missen. Jedes Tier trägt einen Namen und von jedem Tier kann er eine kleine Anekdote berichten. Karl ist mit seinen gerade mal 14 Jahren Herr über mehr als 77 Tiere, darunter Hühner verschiedener Rassen, Hähne, Wachteln und Wellensittiche.

Selbstversorgung

Der Junggeflügelzüchter kümmert sich täglich aufopferungsvoll um seine liebgewonnen Tiere. „Vor neun Jahren hat mein Vater Hühner gekauft. Von da an haben wir uns gemeinsam darum gekümmert. Seit zwei Jahren bin ich allein dafür verantwortlich und es macht mir wirklich viel Spaß“, so Karl Böttcher, der auch Mitglied im Burger Rassegeflügelzuchtverein ist. Vor allem die Idee rund um das Thema Selbstversorgung habe ihn angespornt, der Geflügelzucht so intensiv nachzugehen.

Bilder

„In erster Linie sind es die Eier, die wir täglich von den Hühnern bekommen“, sagt Karl Böttcher und zeigt eine Kiste mit sieben Eiern, jedes in einer anderen Farbe; weiße, hellbraune, dunkelbraun-gesprenkelte und grüne. „Bei uns malt die Natur die Eier bunt“, sagt der Züchter lachend. Wieso manche Eier eine braune, andere eine weiße und manche sogar eine grünliche Schale haben, weiß Karl Böttcher als erfahrener Züchter: „Braune Eier haben verschiedene Pigmente, weiße Eier haben keine Pigmente. Eierschalen bestehen hauptsächlich aus Kalk, Kalk ist nun mal weiß, das ist die Grundfarbe der Eier.“ Ob ein Huhn weiße oder pigmentierte Eier legt, ist nämlich ausschließlich eine Frage der Gene, und damit eine Frage der Hühnerrasse. Bei Rassen, die braune Eier legen, gehe die Färbung auf Pigmente aus dem roten Blutfarbstoff und dem Gallenfarbstoff zurück, die der Organismus des Huhns ausscheidet und der sich außen auf der Kalkschale des Eis ablagert.

Nachwuchs im Brutkasten

Doch es sind nicht nur die Eier, die bei Familie Böttcher auf den Tisch kommen. „Natürlich essen wir auch die Tiere. Wenn dann ein Huhn gegessen wird, sitzen wir am Tisch und sagen ‚das ist Beate. Danke Beate und Guten Appetit‘“, berichtet der Jungzüchter aus Burg.

Karl kümmert sich auch aufopferungsvoll um den tierischen Nachwuchs. Er hat eine Brutmaschine gebaut. Dort wird die Grundlage für ein glückliches Hühnerleben im Hause Böttcher gelegt. Derzeit zieht er dort bei wohligen 27 Grad den Wachtelnachwuchs groß. Die Wachtelkinder hüpfen aufgeregt im Brutkasten umher, als Karl Böttcher ihn öffnet. „Da muss man aufpassen. Die sind ganz schnell weg. Einmal ist eines rausgefallen. Da kam der Hund und hat es geschnappt.“

Im oberen Teil des Brutkastens wachsen Küken in weißen Eiern heran. „Ich habe auch schon aus Bio-Eiern aus dem Supermarkt Küken in der Brutmaschine ausgebrütet. Das klappt. Ich war selbst überrascht“, sagt er und zeigt auf Huhn Karla. „Karla ist ein Edeka-Huhn“, erklärt Karl lachend Karlas Familiengeschichte.