Wahlitz l Auf brachliegende Kleingärten sahen Gert Hübner und seine Mitstreiter von ihren Häusern aus in Wahlitz. Diese Flächen der Kleingartenanlage „Gänsebreite“ unweit der Ortsdurchfahrt der B 184 wurden nicht mehr benötigt. „Überall werden Bäume gerodet, da ist es doch um so eine Fläche schade“, sagte Gert Hübner, der die Idee zur Pflanzaktion hatte. Gemeinsam mit dem Kleingartenverein und der MDCC, die Wahlitz über einen Glasfaseranschluss mit superschnellen Internet versorgt hat, wurde eine Lösung gefunden.

Auf der freien Fläche sind insgesamt 38 Obstbäume neu gepflanzt worden. Nicht wie auf einer Plantage in Reihe und Glied, sondern in lockerer Form. Ausgewählt wurden vor allem alte Sorten von Apfel über Quitte bis Aprikose, um diese zu bewahren. Um den offiziellen Termin zu halten, wurde auch im kalten Regen gepflanzt.

„Ohne die Spende der MDCC wäre dieses Projekt nicht möglich gewesen“, sagte Marijano Jahns, Vorsitzender des Kleingartenvereins „Gänsebreite“. Mit 3000 Euro unterstützte die MDCC die Umwandlung der Brachfläche in ein Biotop mit Schrebergarten-Charakter. Das sei eine sehr gute Investition in die Zukunft, sagte Guido Nienhaus, Geschäftsführer der MDCC, der auch in Wahlitz zuhause ist.

Die vorhandenen Walnuss- und Haselnussbäume bleiben auf der Fläche stehen. Auch Hecken wie beispielsweise aus Wildsträuchern wurden gepflanzt oder erhalten, um kleinen Tieren einen Unterschlupf zu bieten. Im Frühjahr werden mehrere Blühwiesen angelegt. Damit verschwindet auch die kahle Fläche, auf der früher die Feuerschale stand.

Kleingartenanlage gewonnen

„Wenn wir Blüten haben, dann werden wir auch ein Insektenhotel bauen“, kündigte Axel Kämpf an. Er gehört zu den 20 neuen Mitgliedern, die die Kleingartenanlage über das Projekt gewonnen hat. Darüber hinaus freut sich die Imkerin im Kleingartenverein über die Neuanpflanzungen.

Etwa in fünf Jahren könne bei den Obstbäumen mit der ersten Ernte gerechnet werden, sagte Axel Kämpf. Alles, was über den Eigenbedarf hinaus geht, soll der Kindertagesstätte oder der Tafel zur Verfügung gestellt werden. „Wir können uns auch ein Obstfest oder das Pressen von Saft vorstellen. Sicher ist aber, dass es keine kommerzielle Verwertung der Obsternte geben wird.“

Weil die Kenntnisse längst nicht mehr so verbreitet sind, werden die Obstbäume mit Schildern ausgestattet, die erklären, wie jeder Baum heißt - und die alten Sorten haben fantasievolle Namen wie „Schöner von Nordhausen“ - und Informationen zu den Früchten geben.

Gommerns Bürgermeister Jens Hünerbein freute sich über die Aktion, die eine ungenutzte Fläche in einen aufgewerteten Gartenbereich mit Obstbäumen verwandelt. Er begrüßte diese neue Initiative nicht zuletzt vor dem allgemeinen Trend, dass die Zahl der Kleingärtner zurück geht.

Ortsbürgermeister Reinhard Dame fand ebenfalls großen Gefallen an dem Projekt. Er nutzte die Gelegenheit gleich mit dem Inhaber der Baumschule ins Gespräch zu kommen. Als Ortschaft plant Wahlitz, den Apfelweg wieder mit Obstbäumen zu bepflanzen.