Burg l Markus Kurze steht jetzt in einer Reihe mit dem ehemaligen Stadthistoriker Gerhard Mittendorf, Pfarrer im Ruhestand Joachim Gremmes und dem einstigen Gummersbacher Hauptamtsleiter Gert Albrecht. Am Sonnabend wurde dem CDU-Landtagsabgeordneten und Stadtratsvorsitzenden anlässlich seines 50. Geburtstages die Nethe-Medaille verliehen. Eine Auszeichnung, die mit besonderen Verdiensten einhergeht. „Sein bisheriges außergewöhnliches Handeln im Ehrenamt wie auch als Mitglied des Landtages von Sachsen-Anhalt trug sehr zur gedeihlichen Entwicklung unserer Stadt bei“, sagte Rehbaum in seiner Laudatio. So habe sich Kurze seit frühester Jugend in der Geschichts-, Heimat- und Denkmalpflege engagiert, nicht zuletzt als Herausgeber mehrerer Sachbücher. Ob beim Aufbau des Satdtmuseums, der Gründung des Heimatvereins oder Entwicklung der historischen Gerberei – „sein Engagement war beispielhaft“. Auch die Rettung des Burger Bismarckturms als besonderes Wahrzeichen Burgs gehe maßgeblich auf Kurze zurück, der für das Projekt seinerzeit die Schirmherrschaft übernommen hatte. „Heute können wir uns über einen begehbaren und funktionalen Stadtturm unter Federführung des Heimatvereins freuen“, betonte der Bürgermeister. Er verwies zugleich darauf, dass Kurze die Entwicklung des Gemeinwesens immer am Herzen liege, wofür die Mitgliedschaft in zahlreichen Vereinen und Beiräten spreche. Und auch wenn es darum gehe, wichtige kommunale Projekte anzuschieben, mache sich der Landtagsabgeordnete stets für Burg stark. Beispiele seien die zahlreichen Schulsanierungen oder die Erneuerung der Schwimmhalle.

Kurze ist seit 1994 Mitglied der CDU, seit 2004 Fraktionsvorsitzender der CDU im Kreistag, aktuell auch Kreisvorsitzender und seit 2009 Stadtratsvorsitzender. Dem Landtag gehört er seit 2002 als direkt gewählter Abgeordneter an.

Sehr überrascht und stolz

Mit dieser Auszeichnung hatte der Familienvater am Donnerstag nicht gerechnet und war mehr als überrascht. „Das macht mich sehr stolz. Selbstredend werden mir meine Heimatstadt und der Landkreis immer am Herzen liegen“, versicherte er – und zeigte eine Biografie von Wilhelm August Nethe (1812 bis 1901), von 1844 bis 1881 Bürgermeister der Ihle-Stadt, die Gerhard Mittendorf verfasst hatte.

In der Tat ist das Wirken Nethes außergewöhnlich. In Genthin aufgewachsen, hat der studierte Jurist Burg entscheidend vorangebracht und zahlreiche Großprojekte verwirklicht. Dazu gehörten zum Beispiel die Verlegung des Sitzes der Kreisbehörden von Loburg nach Burg, die Einführung einer neuen Feuerlöschordnung, die Mitgestaltung an der Anlage des Bahnhofs und die Anlage der Promenaden um die Stadt. Zudem sorgte er für die Gestaltung des städtischen Westfriedhofs, die Anlage der die Stadt berührenden Kreis-Chausseen nach Loburg, Ziesar und Niegripp, den Bau von Bürgersteigen, die Errichtung der alten Gasanstalt und der alten städtischen Schwimmanstalt. Auch die Restaurierung der Kirche Unser Lieben Frauen (Oberkirche), die Gründung des Viktoria-Gymnasiums, der Bau des Ihle-Kanals (jetzt Elbe-Havel-Kanal), wodurch eine Wasserverbindung zu Elbe und Havel hergestellt wurde, sowie die Schaffung des Blumenthaler Sommerdeichs zum Schutz der Feldmark Blumenthal können Nethe zugute geschrieben werden.