Letzlingen l „Vor 100 Jahren war das letzte Mal ein Staatsoberhaupt im Letzlinger Jagdschloss. Ich freue mich, an diesem historischen Ort nun den Bundespräsidenten begrüßen zu können.“ Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) zeigte sich bei der Eröffnung des Ehrenamtsempfanges des Landes am Mittwochabend im Letzlinger Jagdschloss sichtlich erfreut über seinen hohen Gast, den Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier. Und offenbar nicht nur er, sondern auch die mehr als 120 Gäste aus Sachsen-Anhalt, die mit der Einladung zum Empfang eine besondere Würdigung für ihre ehrenamtliche Tätigkeit erfahren haben. Nach einem kurzen historischen Abriss über das Schloss – Steinmeier: „Ich hätte nicht vermutet, dass es hier so ein wunderschönes Jagdschloss gibt“ – ging Haseloff dann auf das Ehrenamt ein. Das eigentliche Leben im Land werde vom Ehrenamt dargestellt. Nicht zuletzt werde im derzeit verhandelten Koalitionsvertrag dem Thema Ehrenamt gut anderthalb Seiten gewidmet.

Besonderer Dank an Ehrenamtliche

„Das Land wäre sehr viel ärmer ohne Sie alle“, betonte Steinmeier, der von seiner Frau Elke Büdenbender begleitet wurde. 23 Millionen Menschen würden sich deutschlandweit ehrenamtlich engagieren. Bei knapp 83 Millionen Einwohnern sei das ein Viertel der Bevölkerung. „Da würde unserem Land ganz viel fehlen, wenn das wegfallen würde“, so Steinmeier. Vor allem im ländlichen Raum sei die Gesellschaft auf das Ehrenamt angewiesen, ganz gleich, in welchen Bereichen. Im Ehrenamt würde sich die Verantwortung der Bürger für andere Bürger und für das Land widerspiegeln. „Ehrenamtlich tätige Menschen sind Menschen, die sich um mehr kümmern als nur um sich selbst“, betonte der Bundespräsident. Das würde nicht nur den „ganz besonderen Dank an Sie alle“ rechtfertigen, „sondern wir wollen auch Zeit haben, miteinander ins Gespräch zu kommen“, so Steinmeier. „Wenn das Staatsoberhaupt aufhört zu reden, dann ist auch offiziell das Büfett eröffnet“, hatte Haseloff zuvor angekündigt.

Steinmeier begab sich dann gut gelaunt in die Besucherreihen, schüttelte viele Hände, war aufmerksamer Gesprächspartner und freute sich auf „ein Bier“. Die Gäste ließen es sich dann am reich gedeckten Büfett gut gehen.

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