Zethlingen l „Mit der ersten Gruppe, die jetzt bei uns ist, sammeln auch wir Erfahrungen“: Das machte gestern Volker Holtmeier, Leiter des Erlebnishauses in Zethlingen, deutlich. Was er damit meinte, erzählte er während eines Vor-Ort-Termins. Wie viele andere kulturelle Einrichtungen, Kindergärten, Schulen oder Gastronomiebetriebe musste auch das Erlebnishaus mit dem durch die Corona-Pandemie bedingten Lockdown am 16. März geschlossen werden. „Wir haben uns dann ein Hygienekonzept und generell ein neues Konzept für das Haus ausgedacht und durften das Erlebnishaus wieder am 28. Mai öffnen“, weiß Volker Holtmeier noch genau.

Für Wochen Stillstand

Danach passierte einige Wochen allerdings nichts. „Es gab Gruppen, die sich nach der Wiedereröffnung einige Wochen einmieten wollten. Aufgrund der Unsicherheit haben diese dann aber kurzfristig abgesagt“, blickte der Leiter zurück. Nicht so die Schüler und Lehrer der Musik- und Kunstschule Havelland (siehe Bericht unten).

Sie sind die ersten Gäste seit März, die das Haus nutzen und dessen Hygiene- sowie Abstandskonzept umsetzen müssen. „Es sieht so aus, dass fünf Leute der gesamten Gruppe jeweils eine Wohneinheit bilden“, erklärte Volker Holtmeier. Diese fünf Gäste dürfen ohne Maske an einem Esstisch sitzen sowie in einem Schlafzimmer übernachten. Gegessen werde hingegen in zwei Essensräumen, wie Holtmeier zusammenfasste.

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Einbahnstraßen im Haus

Dafür stehen die Nummern der jeweiligen Wohneinheiten auf den Tischen, damit die Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie die Betreuer stets zusammensitzen. „Man könnte die fünf Personen in diesem Zusammenhang auch eine Tischfamilie nennen“, scherzte der Einrichtungsleiter, der sehr positiv darüber sprach, wie die Gäste das Konzept annehmen würden.

Dadurch sei es im gesamten Haus möglich, maskenfrei zu agieren. „Dafür haben wir eine sogenannte ‚Einbahnstraße‘ geschaffen“, berichtete Holtmeier. Das heißt, im Erdgeschoss dürfen die Gäste nur in eine Richtung gehen sowie im ersten Stock. Außerdem weisen Hinweis- und Hygieneschilder auf die momentanen Regeln der Verordnung zur Eindämmung des Coronvirus‘ hin. Hinzu kommt, dass mit Absperrbändern, die auf dem Boden kleben, der nötige Mindestabstand kenntlich gemacht wird.

Einige Termine schon gebucht

Gesperrt wurde hingegen eine Kletterwand im Haus, die sonst von Gästen rege genutzt worden war. „Wir müssten die Stufen nach jedem Benutzen desinfizieren, was zeitlich einfach nicht umsetzbar ist,“ so Holtmeier. Er wünscht sich, dass das Erlebnishaus, welches sich unter Trägerschaft des evangelischen Kirchenkreises Salzwedel befindet, in den kommenden Monaten wieder mehr besucht wird. „Einige Termine stehen schon wieder an. So ist das Altmark-Camp ab Anfang August zwei Wochen hier zu Gast“, blickte Holtmeier hoffnungsvoll voraus.