Gardelegen l Seit knapp drei Jahren arbeitet Daniela Traufelder in der Ambulanten Pflege Altmark GmbH in Gardelegen. Täglich fährt sie viele Kilometer von Haustür zu Haustür. Dabei hilft die 43-Jährige den Patienten in vielerlei Hinsicht. Sie wäscht die Pflegebedürftigen, spritzt ihnen Insulin, verabreicht ihnen Medikamente, vereinbart für sie Termine bei Ärzten, erledigt Einkäufe oder ist einfach nur da, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Denn für einige der rund 140 Patienten, die von ihr und 13 weiteren Mitarbeitern betreut werden, ist sie die letzte Bezugsperson. Eine Sorge ist darum seit einigen Wochen allgegenwärtig: das Coronavirus.

„Der neuartige Erreger Sars-CoV-2 ist für uns, unsere Patienten und deren Angehörigen eine riesige Herausforderung“, fasst es Dennis Beier, Geschäftsführer der Ambulanten Pflege Altmark GmbH, zusammen. Die Klienten würden der absoluten Risikogruppe angehören. So zeige eine statistische Erhebung des Robert-Koch-Instituts, kurz RKI, dass über 600 der mittlerweile über 1000 in Deutschland am Coronavirus gestorbenen Menschen (Stand: 3. April 2020) zwischen 70 und 90 Jahre alt waren.

Stolz auf die Mitarbeiter und ihren Einsatz

Angst hätten die Patienten jedoch nicht nur wegen ihres Alters. Viele von ihnen haben auch Vorerkrankungen. Kritisch im Zusammenhang mit dem Coronavirus sind, wie Experten einschätzen, sowohl Diabetes, Herz-Kreislauf-Probleme, aber auch Bluthochdruck. Alles Erkrankungen, mit denen auch die Mitarbeiter der Ambulanten Pflege Altmark GmbH jeden Tag zu tun haben.

„Viele unserer Patienten sind verunsichert. Momentan haben sie sehr wenige soziale Kontakte und freuen sich natürlich immer, wenn sie einen unserer Mitarbeiter sehen“, weiß zum Beispiel Yvonne Hinz, Geschäftsführerin des Volkssolidaritätsregionalverbandes Altmark in Gardelegen, zu dem auch die Sozialstation zählt. Momentan werden allein in Gardelegen 400 Patienten von 35 Mitarbeitern der Sozialstation betreut.

Um die Sicherheit der Pflegebedürftigen zu gewährleisten, halten sowohl die Mitarbeiter der Sozialstation als auch der Ambulanten Pflege Altmark GmbH besondere Empfehlungen ein. So sei sowohl das Tragen von Handschuhen schon vor der Corona-Pandemie gang und gäbe gewesen.

Weiterhin tragen die Mitarbeiter einen Mundschutz. „Sowohl in den im Fahrzeug mitgeführten Notfalltaschen als auch bei den Patienten befinden sich alle erforderlichen Hygienematerialien“, betont Dennis Beier. Dazu gehören unter anderem Flächendesinfektionsmittel, Handdesinfektionsmittel, Handschuhe sowie MRSA-Sets, ein Schutzset gegen Krankenhaus-Keime, und ein Ganzkörperschutz. „Die Büroräume sowie die Fahrzeuge werden außerdem regelmäßig desinfiziert“, informiert Beier. Noch verfüge sein Unternehmen über ausreichend Desinfektionsmaterial. Allerdings sehe es bei Schutzmasken schon eher mau aus.

Enge Zusammenarbeit mit den Behörden

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen habe sein Pflegedienst auch Versorgungsabsagen erhalten. „Die Gründe dafür waren unter anderem, dass die häusliche Versorgung von den Angehörigen, die von der Arbeit freigestellt worden sind, übernommen werden. Absagen aus Angst vor einer Ansteckung waren aber auch dabei“, räumt Dennis Beier ein. Daher stehe er mit seinen Mitarbeitern in Teammeetings sowie Einzelfallbesprechungen im regen Austausch. „Wir wissen, dass unsere Mitarbeiter eine besondere Herausforderung bewältigen müssen“, betont Beier.

Das sieht auch Yvonne Hinz von der Volkssolidarität so. „Unsere Mitarbeiter müssen auf sehr viele Dinge achten, um die Patienten zu schützen. Das machen sie sehr gut“, lobt sie die professionelle Arbeit ihrer Kollegen im Pflegedienst. „In Zusammenarbeit mit den Hausarztpraxen, dem Medizinischen Dienst des Altmark-Klinikums sowie den Sanitätshäusern und Apotheken ist es uns gelungen, ein gut funktionierendes Netzwerk für die Versorgung unserer Patienten einzurichten“, schätzt Dennis Beier ein. Dabei übernehmen zahlreiche Pflegedienste die Schnittstelle zwischen Arzt und Patienten. Dazu gehören das Besorgen von Verordnungen, das Absprechen von Terminvereinbarungen, die Medikamentenannahme oder Hilfsmittelkoordination für die Patienten.

„In den Bereichen Hauswirtschaft und Betreuung stellen wir alle Bereiche des täglichen Lebens dar, vom Einkauf bis zum Abgeben des Lottoscheines, um den Patienten einen ganz normalen Alltag zu ermöglichen“, erklärt Dennis Beier.