Gardelegen l Schimpanse Robby soll laut einem Beschluss des Verwaltungsgerichts Lüneburg vom April 2017 aus dem Circus Belly entfernt und in die Niederlande gebracht werden. Doch Zirkusdirektor Klaus Köhler hat Widerspruch gegen das Urteil eingelegt. „Das wäre des Tieres Tod“, sagt er. Der Schimpanse sei 46 Jahre alt, mit der Flasche aufgezogen worden und habe immer unter Menschen gelebt. Er sei mit Köhlers Kindern zusammen aufgewachsen. Artgenossen kenne Robby überhaupt nicht. Er kenne nur Menschen – und seinen besten Freund, den „Labradudel“ Ted. Ihn in diesem Alter in eine fremde Umgebung zu bringen, wäre ganz sicher nicht im Sinne Robbys.

Menschen als Sozialpartner

Die Tierschutzorganisation "Peta" dagegen betont, dass Menschen „keine adäquaten Sozialpartner für einen Menschenaffen“ seien. „Schimpansen sind hochsoziale Tiere – für ein erfülltes Leben benötigen sie den Kontakt zu Artgenossen“, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung der Organisation. Nun muss das Oberverwaltungsgericht entscheiden, dem sowohl Gutachten von Peta vorlägen, als auch Gutachten, die Köhler eingebracht hat, wie Zirkusdirektor Klaus Köhler berichtet.

„Peta hat überhaupt keine Ahnung von Primaten“, beklagt sich Klaus Köhler. Es sei ein „Bettelverein, aber keine Tierschutzorganisation.“ Schlimm sei für Robby vor allem, dass er nun nicht mehr in der Manege auftreten dürfe. Zuvor hatte er mehrere Hunde und zwei kleine Ponys vorgeführt. Die Untätigkeit sei das Schlimmste für das Tier. Derzeit beschäftigt sich Robby vorwiegend mit dem Malen, einiger seiner Bilder hat der Zirkus auf Postkarten drucken lassen.

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Direktor warnt vor Resozialisierung

Auch den Vorwurf der Organisation Peta, einem Schimpansen müsste auf jeden Fall „ein mindestens 400 Quadratmeter großes, reich strukturiertes Gehege zur Verfügung stehen“, will Köhler so nicht gelten lassen. Die Organisation wirft ihm vor, der Schimpanse habe nur rund 60 Quadratmeter Auslauf in seinem Käfig und werde die meiste Zeit in einem umgebauten Lkw-Anhänger gehalten.

„Es kommt nicht auf die Größe an, sondern darauf, dass er sich wohlfühlt. Robby sei ein kerngesunder Großvater mit seinen 46 Jahren. Ein hohes Alter, immerhin hätten Schimpansen nur eine Lebenserwartung von rund 50 Jahren. Das Tier in dem Alter „resozialisieren“ zu wollen und ihn zu fremden Artgenossen in eine fremde Umgebung zu bringen, sei definitiv Robbys Tod.